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FUSSBALL-EM Wimpel belasten Klima

aus DER SPIEGEL 24/2008

Rechtzeitig zur Fußball-Europameisterschaft ist ein skurriler Streit über die Umweltauswirkungen von Nationalflaggen auf Autodächern entbrannt. Der österreichische Automobilclub hat in Untersuchungen über Dachboxen und Fahrradhalterungen auch den erhöhten Luftwiderstand der WM- sowie EM-Wimpel berechnet. Danach würden zwei Standardfähnchen zu einem erhöhten Spritverbrauch von »bis zu 0,5 Liter je 100 Kilometer auf Autobahnen oder Überlandfahrten« führen. Der Münchner ADAC schätzt den Wimpelwiderstand dagegen wesentlich geringer ein, da sich »erst ab Tempo 80« der Luftwiderstand spritschluckend auswirke. Zudem droht den Billigflaggen aus Fernost bei höherem Tempo Totalschaden. »Auf den Autobahnen«, so ein ADAC-Sprecher, »haben die Dinger aus Sicherheitsgründen nichts verloren.« Wissenschaftlich untersucht hat jetzt Antonio Filippone, Aerodynamikexperte an der britischen Universität Manchester, die Auswirkungen von rund einer Million Fähnchen auf europäischen Autodächern während der EM. Danach ergibt sich bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde und 30 Tagen Wimpelnutzung ein Mehrverbrauch von 1,35 Millionen Litern Benzin und Diesel. Das entspricht einer zusätzlichen Klimagasbelastung von 111 000 Kilogramm Kohlendioxid.

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