Wind und Regen Heftiger Wintersturm fegt über Schottland hinweg

Windgeschwindigkeiten von bis zu 266 Kilometern in der Stunde, 55.000 Menschen ohne Strom: Der erste große Wintersturm der Saison hat in Schottland erhebliche Schäden angerichtet. Tausende Schulen blieben geschlossen, der Bahnverkehr war unterbrochen.

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Edinburgh - Ein Sturm hat das öffentliche Leben in Schottland am Donnerstag weitgehend zum Erliegen gebracht. Der nationale Wetterdienst rief die höchste Unwetterwarnstufe. Tausende Schulen in und um Glasgow blieben geschlossen, alle größeren Brücken wurden gesperrt, zahlreiche Flüge gestrichen und der Bahnverkehr unterbrochen. Bei mehr als 55.000 Menschen fiel der Strom aus, nachdem umgestürzte Bäume Stromleitungen unterbrochen hatten.

Im Schottischen Hochland wurden Sturmböen von bis zu 266 Kilometern in der Stunde gemessen, in den Großstädten Glasgow und Edinburgh erreichte der Wind Geschwindigkeiten von bis zu 113 Kilometern in der Stunde. Auch Nordirland und Wales waren betroffen. Ein 60-jähriger Lastwagenfahrer blieb unverletzt, als sein Fahrzeug in Nordengland umgeweht wurde. Zwei Personen waren durch Überflutung in ihrem Auto eingeschlossen und mussten wegen Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht werden.

Trotz zahlreicher Unfälle lagen zunächst keine Berichte über schwere Verletzungen vor. Mehr als 300 Passagiere einer Fähre aus Rotterdam mussten neun Stunden vor dem nordenglischen Hafen Hull warten, da der Kapitän Schäden fürchtete, sollte das Schiff bei Sturm einlaufen.

Kaum Sturmschäden in Deutschland

In Deutschland sorgte Orkantief Friedhelm für viel Wind, verursachte aber kaum Schäden. Die Böen in St. Peter-Ording an der Nordseeküste erreichten Spitzengeschwindigkeiten von 108 Kilometern pro Stunde, außer einigen abgeknickten Bäumen, umgewehten Baustellenschildern und nassen Straßen registrierten Polizei und Feuerwehr im Norden aber keine Zwischenfälle. Menschen wurden nicht verletzt.

Zwischen zwei und drei Uhr flaute der Wind ab, nachdem die Front des Tiefs über die Küste hinweggezogen war. Allerdings warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in der Region weiter vor orkanartigen Böen bis Windstärke elf. Die höchsten Windgeschwindigkeiten wurden in der Nacht auf dem Brocken gemessen: Hier stürmte es laut DWD mit bis zu 166 Kilometern in der Stunde. Für die kommenden Tage erwarten Meteorologen wechselhaftes Wetter.

ulz/AFP/dpa



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