Winter ohne Ende Auf Mallorca sind Schneeketten nötig

Gesperrte Autobahnen in den Abruzzen, Kältewelle in der Provence, Schneetreiben auf Mallorca - der Winter zeigt Ausdauer und hat Regionen im Griff, die sonst für Sonne, Strand und Meer stehen. Und weitere Tiefs sind im Anmarsch.

DPA

Hamburg - Das riesige Schneeband reicht von der spanischen Ferieninsel Mallorca, die in weiß gehüllt ist, bis nach Kroatien. Dort türmt sich der Schnee in manchen Gegenden 70 Zentimeter hoch, bei Windgeschwindigkeiten von mehr als 150 Kilometern pro Stunde. In Italien hat das Sturmtief Andrea die fünfte Schneewelle der Saison gebracht und das Land geteilt.

Im Norden Italiens schneite es mehr als 24 Stunden lang, die weiße Pracht deckte von den Alpen bis zu den Abruzzen östlich von Rom alles zu. Im Süden brachte starker Regen die Gefahr von Überschwemmungen und neuen Erdrutschen mit sich.

Hunderte von Autofahrern blieben auf der A24 von Rom nach L'Aquila im Schnee stecken und mussten die Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen. "Es ist unglaublich, dass die Autobahn nicht geschlossen wurde, wir haben alle die Nacht hier verbracht", erzürnte sich der Fahrgast eines im Schnee gestrandeten Busses.

Im Apennin-Gebiet waren schon am Mittwochmorgen mehr als 60 Zentimeter Schnee gefallen, berichtete die Betreibergesellschaft Autostrada per l'Italia - und nochmals einen halben Meter sagten die Meteorologen für den Tag voraus. Denn weitere Tiefs sind im Anmarsch. "Ein Winter, der einfach nicht enden will", klagt "La Stampa".

Die italienischen Behörden machten den Flughafen Marconi bei Bologna dicht. In vielen Kommunen der Toskana, der Emilia Romagna, den Marken und den Abruzzen hatten die Kinder erneut schulfrei.

Bei Taranto in Süditalien lief in dem heftigen Wintersturm ein bulgarischer Frachter auf Grund. Für die 19-köpfige Besatzung und die Ladung bestehe keinerlei Gefahr, beruhigte die apulische Küstenwache. Giftige Fracht hatte dagegen ein Schiff geladen, das vor Sardinien in Seenot geriet und in den Hafen von Arbatax bugsiert werden musste. In Triest musste der Hafen schließen, nachdem es der Bora-Wind auf Spitzengeschwindigkeiten von 120 Stundenkilometern gebracht hatte.

Schneetreiben auf Mallorca

In Mallorcas Hauptstadt Palma fielen am Mittwoch selbst auf Meereshöhe dicke Flocken. Im Tramuntana-Gebirge im Nordwesten der Insel musste ein halbes Dutzend Straßen wegen Schnee und Eisglätte gesperrt werden. Andere Strecken seien nur mit Schneeketten befahrbar, warnte die Polizei. Bei Andratx im Südwesten der Insel war eine Straße wegen eines Erdrutsches blockiert. Allerdings wird der Schnee auf der Insel vermutlich nicht lange liegen bleiben - es werden Temperaturen bis sieben Grad erwartet, wie der Wetterdienst mitteilte.

Auch auf dem spanischen Festland sorgte der Winter weiter für Schwierigkeiten. In der Umgebung von Gerona an der Costa Brava waren Mittwochmorgen noch rund 70.000 Haushalte ohne Strom. Ein heftiger Schneesturm hatte am Montag in Katalonien Dutzende Strommasten umgeknickt. Bei den schwersten Schneefällen seit zehn Jahren in der Region ist zudem ein 45-Jähriger ums Leben gekommen.

Provence leidet unter der Kältewelle

Frankreich hat den schneereichsten Winter seit etwa drei Jahrzehnten auch noch nicht hinter sich. Auf Korsika waren nach kräftigen Niederschlägen noch immer 6000 Haushalte ohne Strom und mehrere Bergdörfer von der Außenwelt abgeschnitten, Schulbusse standen still. Auch die Provence leidet unter der Kältewelle.

In weiten Teilen Kroatiens brachten heftige Schneefälle und starker Wind den Verkehr zum Stocken. In manchen Gegenden ist die Schneedecke bis zu 70 Zentimeter hoch. Deswegen wurde auf vielen Strecken, vor allem in Richtung Adriaküste, ein Fahrverbot für Lastwagen und Busse erlassen.

In der Hauptstadt Zagreb sind wegen des Schnees viele Straßenbahnlinien unterbrochen. Starker Sturm mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 150 Kilometern pro Stunde beschädigte entlang der Adria Häuser und Boote und entwurzelte Bäume. Der nationale Automobilclub riet Autofahrern, auf unnötige Reisen zu verzichten.

siu/dpa



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