Winterchaos in den USA Amerikas Ostküste friert ein

Überlandbusse haben ihren Dienst eingestellt, Züge fahren nicht und die drei New Yorker Flughäfen bleiben gesperrt: Der Winter hat die US-Ostküste fest im Griff. Auch Deutschland und Europa kämpfen weiter mit Schnee und Eis.

AFP

New York - Im Nordosten der USA hat ein schwerer Schneesturm mitten im Weihnachtsreiseverkehr die Pläne von Millionen Menschen durchkreuzt. Viele konnten wegen des Blizzards ihre Flüge, Zug- und Autofahrten nicht antreten.

Die drei Flughäfen der Metropole New York haben am Montag ihre Zwangspause auf 18 Uhr Ortszeit (24 Uhr in Deutschland) verlängert. Allerdings war völlig unklar, ob dann wieder geflogen oder die Flugsperre noch einmal verlängert würde. Von den Fluggesellschaften hieß es nach Angaben der Zeitung "USA Today", dass sich der Verkehr frühestens in Tagen wieder normalisiert haben werde.

Auch am Boden waren die New Yorker ausgebremst. Überlandbusse fuhren eben sowenig wie Züge, die Autobahnen waren von Schnee und Eis blockiert. In der Stadt selbst standen Busse quer, nur wenige Autos waren unterwegs. Viele Straßen waren nicht geräumt.

"Bitte, bitte fahren Sie nicht, wenn es nicht unbedingt nötig ist", sagte Bürgermeister Michael Bloomberg. Er rief die Leute sogar auf, nicht zu Fuß zu gehen, weil es eisig sei und die Schneepflüge behindert werden könnten. "Morgen wird es schon ein ganzes Stück besser sein, aber heute ist ein guter Tag, um zu Hause zu bleiben und Zeit mit der Familie zu genießen."

Angesichts des Wetters riefen die Staaten North Carolina, Virginia, Maryland, New Jersey, Maine und Massachusetts den Notstand aus. "Wir raten zu extremer Vorsicht bei der Reise", sagte der Gouverneur von Virginia, Bob McDonnell, bereits am Samstagabend. "Versuchen Sie, sicher nach Hause zu kommen, und wenn sie nicht reisen müssen, dann lassen Sie es besser bleiben." Von Delaware bis in den Norden von Maine galt am Montag eine Blizzard-Warnung.

Bereits am späten Heiligabend war aus dem Mittleren Westen ein Schneegebiet Richtung Süden gezogen. In Columbia in South Carolina gab es den ersten nennenswerten Schnee seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1887. In Atlanta im Staat Georgia lagen zwar nur 2,5 Zentimeter, es war aber die erste weiße Weihnacht seit den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts.

Kältetote in Deutschland

Auch in Deutschland ist der Winter weiter eisig. Der Frost forderte bereits Tote: In Ulm starb in der Nacht zum Montag ein 57-Jähriger bei minus zehn Grad. Der Obdachlose hatte sein Lager in einem Gebüsch aufgeschlagen. Nachdem er völlig unterkühlt und zitternd entdeckt worden war, konnten ihm auch Ärzte nicht mehr helfen. Bereits am Sonntag erfror in Trier ein 51-Jähriger im Hinterhof eines Supermarkts.

Die eisige Jahreszeit bereitet auch der Bahn weiterhin Probleme: Bahnreisende müssen auch in den kommenden Tagen mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen. Der bundesweite Fernverkehr habe sich stabilisiert, sagte ein Bahnsprecher. Der strenge Winter bremst zudem die Schifffahrt im Norden aus. Wegen einer bis zu 20 Zentimeter dicken Eisschicht auf Kanälen und Flüssen sitzen viele Binnenschiffer in den Häfen fest.

Geduld brauchen in den nächsten Tagen auch Autofahrer. In zahlreichen Bundesländern sowie in einigen Nachbarländern gehen die Weihnachtsferien zu Ende. Laut ADAC-Stauprognose ist am Samstag und Sonntag (1./2. Januar) auf den Straßen viel los. Bereits am 30. Dezember und Silvester wird lebhafter Verkehr erwartet.

Chaos an Moskauer Flughäfen

In Polen sind in diesem Winter schon 127 Menschen in eisiger Kälte gestorben. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Polizeistatistik hervor. Über Weihnachten vom 24. bis zum 26. Dezember hat die polnische Polizei acht erfrorene Menschen gefunden. Im vergangenen Winter wurden insgesamt 289 Kältetote in Polen gezählt.

Die Behörden in Warschau appellierten an die Bevölkerung, die Polizei auf Obdachlose in Parks und auf der Straße aufmerksam zu machen, damit diese während eiskalter Nächte in warme Unterkünfte gebracht werden können.

Auch Russland kämpft mit den Wetterturbulenzen. Durch Schnee und Glatteis ist es an den internationalen Flughäfen in Moskau auch am Montag zu chaotischen Szenen gekommen. Insgesamt 7000 Passagiere warteten allein am Airport Scheremetjewo im Nordwesten der russischen Hauptstadt auf ihren Abflug. Dort und auf dem größten Flughafen Domodedowo, der am Vortag wegen Stromausfalls nach Blitzeis geschlossen worden war, hatten mehr als 200 Maschinen Verspätung. Es herrsche eine "explosive Stimmung", berichteten Augenzeugen der Agentur Ria Nowosti. In Domodedowo landen auch die deutschen Fluglinien Lufthansa und Air Berlin.

Wütende Reisende hätten dem Personal gedroht und ein Treffen mit der Flughafenleitung gefordert, sagte ein Scheremetjewo-Sprecher. Ein Gate sei von aufgebrachten Passagieren blockiert worden. Kaum Probleme meldete der dritten Flughafen Wnukowo.

hen/dpa/dapd



insgesamt 29 Beiträge
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Seite 1
screnn, 27.12.2010
1. alles normal
was solls da schon zu diskutieren geben? wir haben eben winter, und all denen die dem horrorwintermärchen glauben sei gesagt wetter ist nicht linear, es ist halt manchmal kälter, mal liegt mehr schnee mal weniger. der winter ist bis jetzt nichts ungewöhnliches. ich habe eher das gefühl wir haben uns an winter ohne schnee gewöhnt, da wird gestöhnt...
gunman, 27.12.2010
2. Teil des Klimawandels ...
Zitat von sysopÜberlandbusse haben ihren Dienst eingestellt, Züge fahren nicht und die drei New Yorker Flughäfen bleiben gesperrt: Der Winter hat die US-Ostküste fest im Griff. Auch Deutschland und Europa kämpfen weiter mit Schnee und Eis. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,736756,00.html
Teil des Klimawandels. Bevor es wirklich wärmer wird, werden die Winter erst mal kälter.
pult, 27.12.2010
3. .
Zitat von gunmanTeil des Klimawandels. Bevor es wirklich wärmer wird, werden die Winter erst mal kälter.
Oder andersrum. Wie es halt gerade passt. ;-)
sichreid, 27.12.2010
4. Na und?
Dennoch wird wohl auch der Dezember wieder zum wärmsten Dezember überhaupt (hin)gerechnet werden. Momentan fangen viele an vom "Glauben" abzufallen, da müssen einfach die Hitzerekord-Katastrophenmeldungen aufrechterhalten werden.
Carptor 27.12.2010
5. Die Klimaschwindler schweigen
Wie peinlich für die Klima-Gläubigen. Statt der vorhergesagten apokalyptischen menschengemachten Erderwärmung findet in Europa und Nordamerika ein klimatisches Kälte-Festival statt. Die Klima-"Experten" sind weitgehend sprachlos. Ihr Lügengebäude wankt. Verzweifelt behaupten sie, dass es erst kälter werde, bevor es richtig heiß wird. Oder dass der Golfstrom nach Grönland abgelenkt sei. Warum dann aber die Kälte an der amerikanischen Ostküste? Schellnhuber, Röttgen, Merkel, Künast und Co. sitzen in ihren dank Kern- und Kohlekraft gut geheizten Wärmestuben und blicken stumm auf dem ganzen Tisch herum. Was fällt dem Klima eigentlich ein, ihre Prognosen zu konterkarieren!?
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