Wintereinbruch Bis zu ein Meter Schnee am Sonntag

Spaß für Kinder, Stress für Autofahrer: Heftige Niederschläge haben Straßen in weiten Teilen Deutschlands zu Rutschbahnen gemacht und Landschaften mit einer weißen Decke überzogen. Der Start der Skisaison auf der Zugspitze musste wegen zu viel Schnee sogar abgesagt werden.


Heftige Schneefälle, spiegelglatte Straßen unzufriedene Wintersportler: In der Nacht zum Samstag haben heftige Schneefälle im Osten und Süden Deutschlands Verkehrsbehinderungen und zahlreiche Unfälle verursacht. Ski- und Snowboardfahrer, die sich auf den Saisonstart auf der Zugspitze gefreut hatten, mussten enttäuscht wieder abziehen. Bis zu 70 Zentimeter Neuschnee und erhebliche Lawinengefahr hatten den Wintersportlern einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Um die vergebens angereisten Hobbysportler für den entgangenen Schneespaß ein wenig zu entschädigen, wurden Kaffee und Donuts verteilt. Der Skibetrieb solle aber so bald wie möglich anlaufen, versprach Eva-Maria Greimel, Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn.

Im Sauerland und im Harz hingegen sind bereits die ersten Langläufer unterwegs. Auf dem Kahlen Asten und dem Brocken wurden 30 Zentimeter Schneehöhe gemessen. Am Winterberg wurde die erste Loipe der Saison gespurt, während man sich rund um den Brocken noch selbst einen Weg durch den feuchten und pappigen Schnee bahnen musste. Viel Freude machte das Winterwetter den ersten Harz-Ausflüglern ohnehin nicht, weil dichter Nebel den Berg einhüllte.

Keine Entspannung in Sicht

Für reichlich Stress sorgte das nasskalte Wetter auf den Straßen. Bei etlichen wetterbedingten Unfällen zwischen Lübeck und dem Ostallgäu wurden viele Menschen zum Teil schwer verletzt. Im Thüringer Wald kamen nach Angaben der Polizei einige nicht ausreichend ausgerüstete Lastwagen an Steigungen nicht weiter. Auf der A71 musste ein liegen gebliebener Lkw geborgen werden.

Eine Entspannung der Wetterlage wird vorerst nicht erwartet. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Samstag mitteilte, wird mit zwölf Stunden anhaltendem Niederschlag gerechnet. Es sei weiterhin mit starkem Schneefall und Schneeverwehungen in weiten Teilen Oberbayerns und Schwabens zu rechnen. Bis zum Sonntagabend sei in manchen Gebieten bis zu ein Meter Neuschnee möglich. In Verbindung mit stürmischen Böen aus West bis Nordwest seien in freien Lagen auch Schneeverwehungen zu erwarten. In tieferen Lagen sei hingegen Regen zu erwarten, der im Westen und Süden örtlich 30 bis 60 Liter Niederschlag pro Quadratmeter bringen kann.

Erhöhte Lawinengefahr

In den Alpen gibt es laut Wetterdienst noch größere Niederschlagsmengen. Hier sei meist mit Schnee zu rechnen. Oberhalb von 800 Metern könne sich der Schnee bereits auf einen Meter auftürmen. "In freien Lagen kann es dazu Schneeverwehungen geben, und es besteht die Gefahr von Schneebruch", teilte die Wettervorhersagezentrale mit. Für die alpinen Landkreise gab sie Unwetterwarnungen heraus.

Ganz Österreich wurde in der Nacht zum Samstag vom Winter heimgesucht. In Vorarlberg fiel Schnee bis in tiefe Lagen, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. Aus Tirol wurden bei starkem Wind bis zu 70 Zentimeter Schnee gemeldet. Bis Sonntag soll noch einmal ein halber Meter dazukommen. In der Steiermark wurden Spitzenwindgeschwindigkeiten von bis zu 140 Kilometer pro Stunde erwartet. Alle drei Bundesländer warnten vor erhöhter Lawinengefahr.

mak/ap/dpa



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