Wintereinbruch Chaos durch Schnee und Eis auf den Straßen

Schnee und Eis haben die Straßen in weiten Teilen Deutschlands in Rutschbahnen verwandelt. Lastwagen gerieten ins Schleudern, zahlreiche Fahrzeuge kamen an Steigungen nicht mehr vorwärts. Die Streudienste waren im Dauereinsatz. Trotzdem kam es zu vielen Unfällen.


Hamburg - Allein in Nordrhein-Westfalen zählte die Polizei von gestern Abend bis heute früh rund 760 Unfälle. Auf den Autobahnen des Landes kam es zu etwa 70 Staus mit einer Gesamtlänge von fast 180 Kilometern.

Auf der Autobahn 1 bei Delmenhorst (Niedersachsen) ereigneten sich am frühen Morgen nach Polizeiangaben bei extremer Glätte mindestens 25 Unfälle. Dabei wurden den Angaben zufolge ein Mensch schwer und mehrere leicht verletzt. Lastwagen und Sattelzüge blockierten die A 1. Die Polizei sperrte die vereiste Fahrbahn, um Platz für die Streufahrzeuge zu schaffen.

In Baden-Württemberg war vor allem die Autobahn 8 zwischen Pforzheim und Heimsheim betroffen. "Jede Menge Lastwagen sind liegen geblieben", sagte ein Sprecher der Autobahnpolizei. Die Fahrzeuge seien vor allem an Steigungen und abschüssigen Stellen der A 8 wegen der Schneeglätte nicht vorangekommen. Das Technische Hilfswerk war im Einsatz, um den Fahrern zu helfen. Die Polizei verzeichnete drei leichtere Unfälle mit Blechschäden.

In Südwestsachsen kam es am frühen Morgen auf der schneeglatten Autobahn 4 zu mehreren Unfällen mit Lastwagen. Bei Chemnitz geriet ein mit Holz beladener Lastwagen ins Schleudern, krachte gegen ein Auto und kippte um. Die Polizei musste zwei Fahrspuren wegen der andauernden Bergungsarbeiten sperren. Der 33-jährige Lastwagenfahrer erlitt leichte Kopfverletzungen. Weitere Fahrzeuge blieben an Steigungen liegen.

Im hessischen Gießen meldete die Polizei "sehr glatte" Straßen. "Die Autobahnmeistereien sind flächendeckend im Einsatz, es müsste also in den nächsten Stunden einigermaßen laufen", sagte ein Polizeisprecher. In Thüringen staute sich der Verkehr im Bereich Henneberg (Kreis Schmalkalden-Meinigen) zur bayerischen Landesgrenze auf drei Kilometer Länge. Auf der Bundesstraße 19 war es so glatt, dass die Fahrzeuge nicht weiterkamen. Sie mussten auf die Streufahrzeuge warten.



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