Fotostrecke

Wintereinbruch in Deutschland: Kalt erwischt

Foto: Marcel Kusch/ dpa

Temperatursturz nach Weihnachten 's ist so kalt der Winter

Lange war vom Winter nichts zu spüren - jetzt ist er mit Macht in Westeuropa angekommen. Tief "Hiltrud" brachte Schnee, Sturm und klirrend kalte Luft. In Frankreich stecken 15.000 Fahrzeuge fest.

Berlin/Hamburg - Mit viel Schnee, eisigen Böen und glatten Straßen hat sich in Deutschland erstmals der Winter bemerkbar gemacht. Vor allem im Westen und im Süden kamen vielerorts mehr als zehn Zentimeter Neuschnee zusammen. Der Verursacher, ein Tiefdruckgebiet namens "Hiltrud", ist zwar bereits Richtung Süden abgedreht, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilt - knackig kalt soll es aber dennoch bleiben.

In den bayerischen Bergen freuten sich Wintersportfans über viel Neuschnee; der Lawinenwarndienst meldete jedoch für die Allgäuer und Werdenfelser Alpen auch gleich ein erhebliches Lawinenrisiko. Seit Donnerstag sind in den Alpen bis zu 20 Zentimeter Schnee gefallen, auf der Zugspitze und in den Hochlagen der Allgäuer Alpen sammelten sich 50 Zentimeter an.

In Nordrhein-Westfalen wurde aus dem ersehnten Schnee meist rasch gräulicher Matsch. Vor allem um Düsseldorf, Köln und Dortmund gab es Dutzende Unfälle auf glatten Straßen, nachdem es seit dem frühen Morgen stundenlang geschneit hatte. In der Eifel, im Bergischen und im Sauerland gebe es bis zu 15 Zentimeter Neuschnee, sagte eine Sprecherin des DWD. In Winterberg wurden bis zum Samstagnachmittag rund 15 Lifte der Wintersport-Arena geöffnet. Das sei "noch nicht das Top-Angebot", sagte eine Sprecherin. "Aber es wird."

Baden-Württemberg verwandelte sich über Nacht in ein Winterland. Im Schwarzwald lieferte eine mehr als 20 Zentimeter hohe Schneedecke massenhaft Material für Schneemänner und Schneeballschlachten. Die Kehrseite des Wintermärchens: Auf überfrorenen oder von Schneematsch bedeckten Fahrbahnen gab es etliche Unfälle. Auf der verschneiten Autobahn 8 bei Stuttgart standen Autos und Lastwagen über 20 Kilometer im Stau. Zahlreiche Lkw standen quer und blockierten Straßen, wie die Polizei mitteilte.

Deutlich mehr Unfallmeldungen als üblich gab es auch in Hessen, im Saarland und in Rheinland-Pfalz. In der Eifel brachen etliche Bäume unter Nassschnee zusammen und blockierten Straßen, in einigen kleinen Ortschaften fiel zeitweise der Strom aus.

Der Wintereinbruch macht auch anderen westeuropäischen Ländern zu schaffen - so herrschen in den Alpenregionen Frankreichs zum Teil chaotische Verhältnisse. In den Savoyen kommen nach Angaben der Präfektur etwa 15.000 Fahrzeuge wegen der Schneemassen nicht mehr voran . Betroffen sind viele Urlauber und Wochenendausflügler. In zahlreichen Gemeinden wie Albertville, Chambéry, Moutiers oder Aix-les-Bains wurden Notunterkünfte eingerichtet. Innenminister Bernard Cazeneuve appellierte an Autofahrer, Reisen nach Möglichkeit zu verschieben.

In Großbritannien traf es neben dem Straßenverkehr die Flughäfen in Liverpool und Bradford. Die Landebahnen seien zur Schneeräumung vorübergehend gesperrt worden, berichtete die BBC.

Die Vorhersage für Deutschland fällt hingegen weniger spektakulär aus. Da Tief "Hiltrud" wie erwähnt nach Süden abzieht, sind der Norden und der Osten des Landes laut DWD nicht vom Schneetreiben betroffen. In weiten Teilen des Westens und der Mitte Deutschlands soll es am Sonntag sonnig werden, allerdings bleiben die Temperaturen auch tagsüber unter dem Gefrierpunkt. In der Nacht zu Montag wird es dann laut DWD noch einmal kälter: Erwartet werden Tiefstwerte von bis zu minus 15 Grad.

rls/dpa
Mehr lesen über Verwandte Artikel