Winterwetter Enteisungsmittel fehlt, Flüge gestrichen
Enteisung einer Maschine auf dem Flughafen Frankfurt: Erneut Flüge gestrichen
Foto: Marius Becker/ dpaBerlin/Frankfurt - Schnee und Eis haben Deutschland weiter im Griff. Zwar ließen die Schneefälle in einigen Bundesländern nach, doch Meteorologen erwarten vorerst keinen Wetterumschwung. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für die Mitte und den Süden der Bundesrepublik noch Schneefälle und Glätte vorausgesagt.
Auch an den Flughäfen in Frankfurt am Main und in Berlin-Schönefeld wird der Betrieb am Freitag nicht reibungslos laufen. Insgesamt mussten etwa 60 Flüge abgesagt werden. "Am Frankfurter Airport müssen 40 Flüge annulliert werden", sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. Insgesamt habe sich die Lage aber etwas entspannt.
Am Flughafen Berlin-Schönefeld strich der britische Billigflieger Easyjet am Freitag insgesamt 20 Starts und Landungen vom Flugplan. Neun Flieger würden am Vormittag nicht starten, elf im Laufe des Tages nicht landen, teilte Easyjet mit. Grund dafür sei der "Mangel an Enteisungsmittel". Bereits am Donnerstag war das Mittel für die Flugzeuge ausgegangen und hatte deshalb für erhebliche Ausfälle gesorgt. Am Morgen trafen neue Enteisungsmittel ein, die Abfertigung hat wieder begonnen. Die Flugzeuge könnten wieder enteist werden, sagte Flughafensprecher Leif Erichsen. Man rechne damit, im Laufe des Vormittags zur Normalität zurückzukehren. Die Entscheidung, ob ein Flugzeug enteist werde oder nicht, treffe der jeweilige Pilot und sei unabhängig von der Airline.
Polizei und Wetterdienst mahnten Autofahrer zur Vorsicht auf den Straßen. An den Alpen seien innerhalb von zwölf Stunden immer noch zehn Zentimeter Neuschnee möglich, teilte der DWD am Freitagmorgen mit. Vor allem in höheren Lagen können Sturmböen von 60 bis 80 Kilometer pro Stunde zu Schneeverwehungen führen. Autofahrer sollten auch auf Blitzeis achten, das in kürzester Zeit Straßen in gefährliche Rutschbahnen verwandeln könne.
Tote und Verletzte bei Glätteunfällen im Osten und Süden
Bundesweit vermeldete die Polizei Hunderte Unfälle. Allein in Sachsen-Anhalt gab es bei Eisregen, Schneefall und Schneeverwehungen am Donnerstag 426 Verkehrsunfälle. Dabei wurden zwei Menschen getötet und 36 verletzt. Durch Schneeverwehungen, örtlich bis zu anderthalb Meter Höhe, kam es zu stundenlangen Sperrungen und Staus durch liegengebliebene Fahrzeuge. Besonders betroffen waren die Landkreise Harz, Börde, Salzland, Stendal und Mansfeld-Südharz sowie der Saale- und Burgenlandkreis.
In Rheinland-Pfalz gab es in der Nacht zum Freitag auf der Autobahn 3 wegen Schnee- und Eisglätte erhebliche Behinderungen. Der Verkehr staute sich auf eisglatter Fahrbahn zeitweise bis zu 14 Kilometer.
Im nördlichen und östlichen Bayern sorgten anhaltende Schneefälle und Glätte ebenfalls für Behinderungen. Die Polizei in Regensburg meldete von Donnerstagnachmittag bis Freitagmorgen knapp hundert Unfälle und Störungen. Eine junge Frau kam in der Oberpfalz bei einem Zusammenstoß auf glatter Fahrbahn ums Leben, sechs Menschen wurden verletzt. Auf der Autobahn 3 rutschte am Freitagmorgen nahe Regensburg ein Sattelzug in den Graben und kippte um. Der Fahrer kam mit leichten Verletzungen davon.
In Baden-Württemberg starben zwei Menschen bei einem Autounfall. Ihr Wagen kam bei Heidenheim auf einer schneeglatten Straße ins Rutschen, schleuderte auf eine Leitplanke und rutschte schließlich in einen Fluss. Der 23-jährige Fahrer und die 20-jährige Beifahrerin konnten nur noch tot geborgen werden.