Winterwetter in Deutschland Weiße Pracht mit Risiken

In einigen Regionen Deutschlands hat es kräftig geschneit und gefroren, Wintersportler sind begeistert. Wegen glatter Straßen kam es zu mehreren Unfällen.
Spaß im Schnee: Rodeln am Hügel des Monopteros im Englischen Garten in München

Spaß im Schnee: Rodeln am Hügel des Monopteros im Englischen Garten in München

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Peter Kneffel / dpa

»Wer den Winter sehen will, muss in den Harz fahren.« Ganze 18 Zentimeter Neuschnee habe es dort zum Teil gegeben, sagte der Meteorologe Jens Oehmichen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Sonntag. Aber nicht nur im Harz war es am Wochenende winterlich, sondern auch im Süden Bayerns und in Nordrhein-Westfalen – gut für Wintersportler, schlecht für Autofahrer.

Vielerorts kam es zu Verkehrsunfällen. In Hagen, Nordrhein-Westfalen, habe eine 51-Jährige am Sonntagmorgen auf einer schneebedeckten Straße die Kontrolle über ihr Auto verloren, sei damit ins Schleudern geraten und gegen ein Haltestellenschild gekracht, teilte die Polizei mit. Die Fahrerin blieb unverletzt.

In Detmold sei ein 20-Jähriger mit seinem Wagen, der laut Polizei noch mit Sommerreifen ausgerüstet war, in der Nacht auf Sonntag von der schneeglatten Fahrbahn abgekommen und habe sich im Straßengraben überschlagen, hieß es weiter. Der Mann wurde leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Ein weiterer 20 Jahre alter Autofahrer habe sich ebenfalls in Detmold wegen nicht angepasster Geschwindigkeit mit seinem Wagen überschlagen, teilten die Beamten mit. Das Fahrzeug sei auf einer angrenzenden Wiese zum Stehen gekommen. Sowohl der Mann als auch sein 13-jähriger Beifahrer wurden leicht verletzt.

Unfälle, Stromausfall, Lawinengefahr

In Bayern kamen vier Personen bei Unfällen ums Leben, allerdings war in diesen Fällen zunächst unklar, welche Rolle das Wetter gespielt hat. Wegen Glätte gab es mindestens acht Unfälle mit einigen Leichtverletzten, wie mehrere Polizeidienststellen mitteilten. Am Vortag war im Freistaat bei mindestens 91 Unfällen ein Schaden von mehr als 400.000 Euro entstanden.

In Marktheidenfeld (Landkreis Main-Spessart) stieß ein Sattelzug gegen einen Stromverteiler und eine Straßenlaterne. Das Fahrzeug des 46-jährigen Fahrers sei in der Nacht auf der schneeglatten Straße ins Rutschen gekommen, teilte die Polizei mit. Zur Bergung musste der Strom kurzzeitig ausgeschaltet werden.

Glätteunfall in Stemwede in NRW

Glätteunfall in Stemwede in NRW

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Reiß / Fotostand / IMAGO

Der viele Neuschnee brachte im bayerischen Alpenraum noch mehr Unerfreuliches mit sich. Dort stieg die Lawinengefahr. Oberhalb von 2000 Metern sei sie am höchsten, teilte der Lawinenwarndienst Bayern mit. Den Angaben zufolge war die Lawinengefahr in Teilen der Werdenfelser und Berchtesgadener Alpen erheblich und lag damit bei Stufe 3 von 5.

Am Sonntag zog der Schneefall allmählich nach Westen, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Die Meteorologen erwarteten Tiefstwerte von minus drei Grad. Zum Start in die neue Woche rechnen die Experten zumindest in Alpennähe noch vereinzelt mit Schnee. Die Tageshöchstwerte dürften dann bei minus zwei bis plus vier Grad liegen, im höheren Bergland teils auch darunter.

Am Samstag war auf den Gipfeln in den Allgäuer Alpen und im Bayerischen Wald ordentlich Neuschnee gefallen. Mancherorts war es eisig, zum Beispiel in Bodenmais oder auf dem Ochsenkopf im Fichtelgebirge mit minus sieben Grad. Bei mehr oder weniger dicker Nebelsuppe waren die Sichtverhältnisse zwar mäßig, viele Wintersportfans ließen sich davon allerdings nicht abschrecken.

Auch im Sauerland und im Rothaargebirge gab es nach wochenlanger Durststrecke erstmals wieder gute Wintersportbedingungen. Im Harz und im Erzgebirge tummelten sich ebenfalls Skifahrer und Snowboarder auf den Pisten.

Im benachbarten Tschechien, Polen und in der Slowakei verursachten starke Schneefälle großflächige Stromausfälle und Verkehrsunfälle. Mehrere Menschen kamen ums Leben. In Polen waren nach Medienberichten mehr als hunderttausend Haushalte vorübergehend ohne Strom.

Vorhersage: leichter bis mäßiger Frost

In Deutschland wird Prognosen zufolge zu Beginn der neuen Woche der Einfluss eines Hochdruckgebiets für weitgehend trockenes Wetter sorgen. »Die Temperatur ist weiter auf winterlichem Niveau«, sagte DWD-Meteorologin Jacqueline Kernn.

Tagsüber sei am Montag mit leichten Plusgraden zu rechnen. Weitgehend bleibe es trocken. Nur in der Nähe der Alpen soll vereinzelt etwas Schnee fallen.

Am Montag gibt es neben Wolken auch einige Auflockerungen, insbesondere in der Südwesthälfte. Die Temperaturen erreichen maximal minus zwei bis plus vier Grad, im höheren Bergland wird es auch kälter. Im Südwesten und in höheren Lagen ist stark böiger Wind möglich, auf Berggipfeln sogar Sturmböen.

In der Nacht zum Dienstag rechnen die Meteorologen mit verbreitet leichtem bis mäßigem Frost bei Temperaturen zwischen minus eins und minus acht Grad. Stellenweise kann es auf den Straßen rutschig werden. Am Dienstag wird es laut DWD bewölkt, aber trocken. Maximal ist mit Temperaturen von null bis sechs Grad zu rechnen.

fok/dpa
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