Unwetter in Mexiko Zittern vor "Manuel"

Bei schweren Unwettern in Mexiko sind mindestens 80 Menschen gestorben, allein 58 Personen werden nach einem Erdrutsch vermisst. Zehntausende Touristen sitzen noch immer im Badeort Acapulco fest. Und der Wirbelsturm "Manuel" hat vor der Küste neue Kraft gewonnen.

Von , Mexiko-Stadt


Den schwersten Überschwemmungen in Mexiko seit 50 Jahren fallen immer mehr Menschen zum Opfer. Bis Mittwochnachmittag wurden 80 Tote geborgen. Der Leiter des Zivilschutzes sprach von einem nationalen Notstand. Im ganzen Land mussten etwa 39.000 Menschen ihre Häuser verlassen und Schutz in Notunterkünften suchen.

Staatspräsident Enrique Peña Nieto bestätigte zudem, dass unter einer Schlammlawine im Bundesstaat Guerrero 58 Menschen vermisst würden. Seit dem Wochenende ist das zweitgrößte Land Lateinamerikas mit seinen 110 Millionen Einwohnern im Griff der beiden Tropenstürme "Ingrid" und "Manuel".

In Acapulco begann es nach 36 Stunden Pause wieder zu regnen. Die Urlauberstadt an der Pazifikküste ist weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten. Fast 35.000 Touristen saßen auch am Mittwoch noch fest, mehrere tausend waren zuvor über eine Luftbrücke ausgeflogen worden. Die beiden Fluggesellschaften Aeroméxico und Interjet boten Gratisflüge von Acapulco an. Wasser und Nahrungsmittel wurden knapp. Es gab aber deutlich weniger Plünderungen als am Vortag. Am Freitag soll die Autobahn zwischen Mexiko-Stadt und Acapulco teilweise wieder geöffnet werden.

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Unwetter: Ausnahmezustand in Mexiko
Der Großteil der Touristen in dem Badeort stammt aus der Hauptstadt. Der Badeort ist das am schnellsten von Mexiko-Stadt erreichbare Naherholungsgebiet am Pazifik. Viele Menschen hatten das verlängerte Wochenende des mexikanischen Unabhängigkeitstags für einen Kurzurlaub genutzt. Unter den gestrandeten Urlaubern sollen sich laut deutscher Botschaft in Mexiko-Stadt auch "einige wenige Deutsche" befinden.

Der Wirbelsturm "Manuel" sammelte derweil über Wasser wieder Kraft und nahm am Mittwochabend Kurs auf die Küsten der Staaten Sinaloa und Baja California Sur am Pazifik. Im Auge des Sturms herrschten laut National Hurricane Center der USA Windgeschwindigkeiten von bis zu 115 Kilometern pro Stunde.

Warnung vor "Manuel"

Es ist das erste Mal seit mehr als einem halben Jahrhundert, dass Mexikos Pazifik- und Atlantikküste gleichzeitig von Unwettern heimgesucht werden. Praktisch das ganze Land ist von teilweise extremen Regenfällen betroffen. "Manuel" wird voraussichtlich am Donnerstag (Ortszeit) nahe der Stadt La Paz auf Land treffen und heftigen Regen mit sich bringen, wie es in einer Unwetterwarnung der Regierung hieß.

Am stärkten litt unter den Unwettern der Staat Guerrero im Westen des Landes, in dem auch Acapulco liegt. Dort wurden alleine 48 Leichen geborgen. Nach Angaben des Gouverneurs Ángel Aguirre gab es zudem nur noch wenig Hoffnung, die 58 Verschütteten im Dorf La Pintada lebend zu bergen. In der Umgebung hatten sich mehrere Erdrutsche ereignet, so dass es möglicherweise noch weitere Opfer geben werde.

Mit Helikoptern waren zuvor mehrere Bewohner aus dem Dorf ausgeflogen worden. Einige von ihnen seien schwerverletzt, sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong. Per Schiff und Flugzeug seien Hilfspakete mit Nahrungsmitteln auf dem Weg nach Acapulco und in das Hinterland von Guerrero.

Präsident Peña Nieto flog am Mittwoch nach Chilpancingo, die Hauptstadt von Guerrero, um sich ein Bild der Zerstörungen zu machen. Seine Regierung geht von einem Schaden von mehr als elf Milliarden Peso (rund 640 Millionen Euro) aus. Peña Nieto gab bekannt, dass Mexiko Hilfsangebote aus mehreren Ländern erhalten habe und diese auch annehmen werde.



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vrdeutschland 19.09.2013
1. Komischer
Es herrscht "nationaler Notstand", eine "Luftbrücke wurder eingerichtet und es fliegen von Acapulco nach Mexcio Stadt ALLE HALBE Stunde ein Flieger ? Auf jeder Mittelmeerinsel fliegen in der Saisaon ALLE 2 Minuten Flugzeuge weg. Tolle Organisation
Humboldt 19.09.2013
2. och Leute...
Zitat von sysopAFPBei schweren Unwettern in Mexiko sind mindestens 80 Menschen gestorben, allein 58 Personen werden nach einem Erdrutsch vermisst. Zehntausende Touristen sitzen noch immer im Badeort Acapulco fest. Und der Wirbelsturm "Manuel" hat vor der Küste neue Kraft gewonnen. http://www.spiegel.de/panorama/wirbelstuerme-ingrid-und-manuel-80-tote-in-mexiko-a-923155.html
Das ist klar falsch. In einem Auge eines Hurrikans herrscht quasi Windstille. Es wäre daher schön, wenn eure Praktikanten nicht einfach Meldungen abschreiben, sondern sich zumindest etwas mit der Materie auseinandersetzen, worüber sie schreiben. Sonst muss ich von genauso hanebüchenden Fehler bei anderen SPON-Berichten ausgehen, wo ich dies nicht auf den ersten Blick erkenne... P.S.: Die höchsten Windgeschwindigkeiten in einem Hurrikan (oder Taifun) werden in den unmittelbar um das Auge herumwirbelden Luftschichten erreicht!
Alexqwer 20.09.2013
3. einige wenige Deutsche
Falls es die Botschaft interessiert, einige wenige Deutsche sind gerade in Mexiko City angekommen.. Aber das Interesse der Botschaft war nicht allzugroß, soweit uns Freunde und Familie berichtet haben die uns nicht erreichen konnten...
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