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29. August 2011, 06:59 Uhr

Wirbelsturm

Zahl der "Irene"-Opfer steigt auf 21

In New York wird aufgeräumt, aber insgesamt gab es mindestens 21 Todesopfer in acht Bundesstaaten der USA - nun tost Wirbelsturm "Irene" über Kanada. 200.000 Haushalte waren dort zeitweilig ohne Strom.

Miami - Der Wirbelsturm "Irene" hat Kanada erreicht. In den am Atlantik gelegenen kanadischen Provinzen und im Südosten von Québec kündigte er sich mit heftigen Winden und Regenfällen an und führte zu Stromausfall in etwa 200.000 Haushalten. Der Minister für öffentliche Sicherheit von Québec, Robert Dutil, warnte vor dem "enormen Sturm", der Experten zufolge Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern erreichen könnte. Er forderte die Bevölkerung auf, Vorbereitungen dafür zu treffen, 24, 48 oder sogar 72 Stunden zu Hause bleiben zu können.

Das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA hatte den Tropensturm "Irene" zuvor weiter herabgestuft. Wie Meteorologen der US-Regierung am späten Sonntagnachmittag Ortszeit mitteilten, schwächte sich "Irene" so weit ab, dass die Einstufung als Tropensturm nicht mehr gerechtfertigt sei. "Irene" wird nun als posttropischer Wirbelsturm beurteilt. Den Angaben zufolge betrug "Irenes" Windgeschwindigkeit um 23 Uhr Ortszeit 85 Stundenkilometer.

Tagelang hatten die Menschen an der US-Ostküste vor "Irene" gezittert - aber die Schäden sind kleiner als erwartet. Allerdings waren in acht US-Staaten bislang mindestens 21 Todesopfer zu beklagen, die meisten davon im Bundesstaat North Carolina und im benachbarten Virginia. Rund viereinhalb Millionen Haushalte und Geschäfte waren ohne Strom. Es kam zu schweren Überschwemmungen, Strommasten wurden umgerissen, Bäume entwurzelt - Hunderttausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Insbesondere die Millionenmetropole New York kam glimpflicher davon als befürchtet worden war. Es gab dort keine Opfer, allerdings kam es zu Überschwemmungen und Stromausfällen. Bürgermeister Michael Bloomberg hatte eine Evakuierungsanordnung für 370.000 Bewohner der niedriggelegenen Gebiete wieder aufgehoben.

Das U-Bahnnetz in New York soll am Montag wieder den Betrieb aufnehmen. Auch die New Yorker Börse kündigte an, den Handel wieder aufnehmen zu wollen. Behörden, Geschäfte und Museen sollen wieder öffnen. An der US-Ostküste begannen die Aufräumarbeiten. Hunderte Teams der Stromversorger waren unterwegs, um die Kabel zu flicken.

US-Präsident Barack Obama rief die Bürger dennoch auf, die Gefahr nicht zu unterschätzen. "Es ist noch nicht vorbei", erklärte er in Washington. Das in Neuengland anhaltende Unwetter und dessen Folgen seien weiterhin sehr gefährlich. Die größten Sorgen bereiteten die Überflutungen in vielen Bundesstaaten und die massenhaften Stromausfälle. "Ich will unterstreichen, dass die Auswirkungen des Sturms noch für einige Zeit zu spüren sein werden. Die Erholung kann Wochen dauern", sagte er.

anr/AFP/dapd/dpa

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