#PutinShirtlessChallenge Halbnacktes Kräftemessen

Der russische Unternehmer Pawel Durow hat im Netz zur #PutinShirtlessChallenge aufgerufen - eine Anspielung auf dessen Urlaubsfotos. Tausende machen mit, aber nicht jeder versteht die Ironie dahinter.

Putin im Sommerurlaub
AFP

Putin im Sommerurlaub

Von Sofia Dreisbach, Moskau


Die Chance, sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu messen, gibt es so gut wie nie. Aber jetzt haben sie gleich Millionen Menschen - zumindest auf ihren Social-Media-Kanälen. Mit einem auf Englisch verfassten Instagram-Post hat der "russische Mark Zuckerberg", Pawel Durow, am Dienstag die #PutinShirtlessChallenge losgetreten.

Der Gründer des osteuropäischen Facebook-Pendants "Vkontakte" und des Telegram-Messengers zeigt sich und seinen muskulösen, gebräunten Oberkörper vor dem türkisblauen Wasser eines Swimmingpools auf Bali. Seine Aufforderung: Haltet mit Putins Oben-ohne-Fotos mit! "Wenn du Russe bist, musst du bei der #PutinShirtlessChallenge mitmachen (oder in der Versenkung verschwinden)", schrieb Durow. Es gälten zwei Regeln nach Putin: kein Photoshop, kein Pumpen. "Sonst bist du kein Alphatier."

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Anlass dieser Challenge sind Putins Urlaubsfotos mit nacktem Oberkörper, auf die er auch als 64-Jähriger nicht verzichtet. Anfang August sonnte sich Putin beim Angeln in Südsibirien: schwarz getönte Sonnenbrille, silberner Kreuz-Anhänger auf der nackten Brust, hinter ihm tiefgrüne Wälder und über ihm blauer Himmel mit Schäfchenwölkchen - ein Idyll der Macht. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch die aktuellen Urlaubsfotos in Souvenirläden zu kaufen sein werden, auf Tassen und Magnete gedruckt.

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Putin im Sommerurlaub: Macho, Macho

Einen Tag nach dem Aufruf hat Durows Foto mehr als 46.000 Likes bekommen, Tausende Russen haben an dem Kräftemessen auf Instagram und Twitter teilgenommen: Junge wie Alte, viele Männer, wenige Frauen (im Bikini). Einige nehmen die Challenge dabei ernster als Durow selbst - der ist nämlich kein Fan von Wladimir Putin. Immer wieder legt sich der 32-Jährige mit der russischen Regierung an. 2014 verließ er das soziale Netzwerk "Vkontakte" (nach eigenen Angaben wurde er entlassen) und sagte, der russische Geheimdienst FSB habe Daten prowestlicher Aktivisten in der Ukraine von ihm verlangt; seitdem lebt Durow im Exil.

Im Juni dieses Jahres drohte nun die russische Medienaufsicht Roskomnadzor, den Messenger Telegram im Land zu sperren, weil das Unternehmen nicht in Russland registriert war. Durow gab schließlich nach, weigerte sich aber, private Nutzerdaten preiszugeben, die Russland zur Terrorbekämpfung verlangte.

Die #PutinShirtlessChallenge ist kein politisches Kräftemessen; für viele ist es einfach ein Grund, den gestählten Körper zu zeigen. Auf vielen Fotos sind Posen und angespannte Muskeln zu sehen, aber manche Aufnahmen sind auch einfallsreicher. Ein Mann etwa macht oben ohne und mit weißer Mütze auf dem Kopf eine Brücke im Gemüsebeet: "Pawel Durow, passt das zur Challenge?".

Ein Sibirier lichtet sich mit Wolfspelz über der Schulter ab, ein anderer hat sich eine schwarze Eisenkette um den Hals gelegt, Flammen-Tattoos auf dem Arm und ein Gänseblümchen im Mund.

Wieder ein anderer posiert mit einem Eimer Erdbeeren im Arm vor einer Datscha - gut, dass der Betrachter nicht immer weiß, ob das jetzt gerade ernst gemeint oder hoffentlich doch Ironie ist.

Im Video: Naturfreund Wladimir - Putin im Sommerurlaub

REUTERS


insgesamt 3 Beiträge
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deranaluest 16.08.2017
1. Ich habe keinen Adblocker
Soll diesen aber ausschalten. Fragt sich nur wie ich etwas ausschalten soll was ich nicht habe?! Und ist es wirlich nötig das Ding alle 10 Sekunden einzublenden?
w.a.mozart 16.08.2017
2. In jedem Fall steht fest, dass
..... man Putin oben ohne zwar belächen kann / soll, ABER ich im Vergleich zu unseren Regierungsvertretern wäre ein Nackedei Foto von denen unerträglich. Aber vielleicht wäre der Schock des Anblicks dieser, ein Bewusstseins-Erweiternder flash für orientierungslose Wähler im September.
fixik 17.08.2017
3.
Was soll das eigentlich mit dem AdBlocker? Ich werde diesen nicht abschalten. Ein Teil der Werbung kommt durch und das sollte Spon ausreichen. Da der AdBlocker doch zu heftig stört, sind meine Tage auf Spon wohl gezählt, dann kriegt Spon wohl noch weniger Werbeeinnahmen als davor schon. Zum Thema: Ich finde es ok, wenn Putin sich zeigt. Er hat jetzt auch für seinen Alter durchschnittlich trainierten Körper, keine Ahnung wo manche hier Muskeln erkennen. Ich hoffe nur, dass keiner von unseren Politikern auf diese Idee kommt. Das wäre dann schon eine Zumutung.
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