WM 2006 Berlin bereitet sich auf Prostituierten-Ansturm vor

Zur Fußball-Weltmeisterschaft in einem Jahr erwarten Fachleute einen Ansturm von Prostituierten auf Berlin. Die Hurenorganisation Hydra schätzt, dass 40.000 Dirnen aus aller Welt in die Hauptstadt kommen werden. Fragt sich nur, wo sie ihr Geschäft machen. Ein Stadtrat empfiehlt "Verrichtungsboxen".


Prostituierte im Bordell: Berlin wappnet sich
DPA

Prostituierte im Bordell: Berlin wappnet sich

Berlin - Die Gesundheitsstadträtin des Bezirkes Charlottenburg-Wilmersdorf, Martina Schmiedhofer, sagte dem "Berliner Kurier", rund um das Olympiastadion sollten 100.000 Kondome an potentielle Kunden verteilt werden. "Wenn wir Sponsoren finden, bekämen die Männer die Verhütungsmittel umsonst." Der Wirtschaftsstadtrat von Mitte, Dirk Lamprecht (CDU), brachte als Alternative zum Straßenstrich sogenannte Verrichtungsboxen ins Gespräch, schloss aber die Aufstellung auf öffentlichem Boden aus. In Berlin gibt es Schätzungen zufolge mehrere Hundert Prostituierte.

Lamprecht sagte, es gebe bislang weder Anträge zur Aufstellung solcher Verrichtungsboxen, noch seien "uns irgendwelche Überlegungen bekannt, dass solche Boxen aufgestellt werden". Solche Alternativen zur Straßenprostitution könnten aber sinnvoll sein, um Erscheinungen zu vermeiden, wie sie am Rande der Love-Parade im Großen Tiergarten zu verzeichnen gewesen seien. Dort verschwanden Paare immer wieder zum Sex in den Grünanlagen. "Verrichtungsboxen" auf öffentlichem Straßenland seien aber im Bezirk Mitte "kein Thema", betonte er. Dazu müsste sich Lamprecht zufolge jemand einen Gewerbeschein besorgen, um auf privatem Gelände einen bordellähnlichen Betrieb zu führen.

Katharina Cetin von der Berliner Hurenorganisation Hydra sagte, die Weltmeisterschaft biete natürlich "tolle Verdienstmöglichkeiten, da wird es gute Geschäfte geben".



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