Wohnhausbrand 17 Menschen sterben in den Flammen

In Paris sind beim Brand eines Wohnhauses mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Todesopfern sind zahlreiche Kinder - das jüngste war erst wenige Monate alt.


Feuerwehrleute am Unglücksort: 17 Tote, Dutzende Verletzte
AFP

Feuerwehrleute am Unglücksort: 17 Tote, Dutzende Verletzte

Paris - Rund 30 weitere Personen wurden verletzt, 2 davon schwer. Die meisten Bewohner des Gebäudes stammten nach den Angaben von Behörden aus den westafrikanischen Ländern Mali und Senegal. Sie waren von Wohlfahrtsorganisationen in dem Gebäude untergebracht worden.

Das Feuer war kurz nach Mitternacht im Treppenhaus des Hauses ausgebrochen, das im Südosten von Paris im 13. Arrondissement steht. In ihm lebten insgesamt 100 Kinder und 30 Erwachsene.

Mehr als 200 Feuerwehrleuten gelang es schließlich, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Der französische Innenminister Nicolas Sarkozy eilte zu dem Unglücksort. Nach seinen Angaben hielten sich zu viele Leute in dem Haus auf, was die hohe Zahl der Opfer erkläre. "Es lebten Menschen in dem Gebäude, die dort niemals hätten sein dürfen", sagte Sarkozy. Er schloss Brandstiftung nicht aus, da das Feuer offenbar im Erdgeschoss ausgebrochen sei.

Feuerwehrhauptmann Jacques Dauvergne sagte, das Feuer im Treppenhaus habe die Ausgänge blockiert. Der Brand habe vor allem die Wohnungen im dritten bis sechsten Stockwerk in der Nähe der Treppe verwüstet. Die Zahl der getöteten Kinder war zunächst unklar. Sarkozy berichtete, sieben Kinder seien erstickt. Zuvor hatte es geheißen, mehr als die Hälfte der Opfer seien Kinder.

Ein Bewohner des Hauses, Oumar Cissé aus Mali, sagte der Fernsehnachrichtenagentur APTN, das Haus sei völlig verdreckt gewesen. Dort hätten Ratten und Mäuse gelebt.

Erst im April waren bei einem Großbrand in einem überbelegten Armenhotel mitten in Paris 24 Menschen ums Leben gekommen, darunter viele Kinder. Bei den Opfern handelte es sich vor allem um Afrikaner, die von der Sozialverwaltung in dem Hotel untergebracht wurden. Das Feuer war offenbar von der Freundin des Nachtportiers nach einem Streit verursacht worden.



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