Lebendfalle Wolf in Bayern gefangen - zwei Tiere noch frei

Im bayerischen Nationalpark wurde eine Wölfin lebend gefangen, die aus einem Gehege entkommen war. Zwei weitere Tiere sind noch frei, zwei wurden erschossen.

Wolf im Freigelände im Nationalpark Bayerischer Wald (Archivbild)
DPA

Wolf im Freigelände im Nationalpark Bayerischer Wald (Archivbild)


Einer der sechs im Bayerischen Wald entlaufenen Wölfe ist am Samstagmorgen mit einer Lebendfalle wieder eingefangen worden. Dies hat die Verwaltung des Nationalparks Bayerischer Wald in Lindberg (Landkreis Regen) mitgeteilt. Das Tier wurde anschließend umgehend betäubt und tierärztlich betreut.

Eine Tierärztin habe eine deutliche Abmagerung des weiblichen Tieres festgestellt, hieß es. Zur Eingewöhnung und besseren Beobachtung werde es vorübergehend in einem separaten Gehege untergebracht. Da die Wölfe ihr gesamtes Leben in menschlicher Obhut verbracht haben, sind sie in freier Wildbahn nicht lange überlebensfähig.

Vor gut zwei Wochen waren sechs von neun Wölfen aus einem Freigehege bei Lindberg im Landkreis Regen entlaufen, nachdem Unbekannte das Tor geöffnet hatten. Ein Wolf war kurz danach von einer Regionalbahn erfasst und getötet worden, zwei weitere wurden erschossen, nachdem sie sich nicht einfangen ließen.

Wölfin nach der Fangaktion
Nationalpark Bayerischer Wald/ DPA

Wölfin nach der Fangaktion

Keine Scheu vorm Menschen

Wölfe aus Gehegen verhalten sich deutlich anders als freilebende Wölfe, weil sie Menschen gegenüber wenig Scheu zeigen. Trotzdem geht von ihnen nach Auffassung von Fachleuten keine Gefahr für Menschen aus. Dennoch wurde davor gewarnt, sich ihnen zu nähern oder sie zu fotografieren.

"Ich bin froh, dass sich die enormen Anstrengungen der vergangenen Wochen gelohnt haben", erklärte Nationalparkleiter Franz Leibl nach dem jetzigen Erfolgserlebnis. "Wir werden auch weiterhin auf unser Konzept mit Lebendfallen, Fotofallen sowie Narkoseschützen setzen und hoffen in den nächsten Tagen auf einen weiteren Fangerfolg."

Auch Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf zeigt sich erleichtert. "Der Nationalpark hat sich von Anfang an intensiv bemüht, die Tiere lebend zu fangen", sagte die CSU-Politikerin. "Ich bin froh, dass das jetzt in einem Fall gelungen ist." Eines müsse aber klar sein: "Wenn die Sicherheit der Menschen das erfordert, muss auch ein Abschuss der noch freien Wölfe vorgenommen werden."

irb/dpa



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