Diözese bittet um Entschuldigung Würzburger Bischof verbietet Priester Ausübung seiner Dienste

Ein Priester war wegen »sexueller Kontakte zu einer jugendlichen Person« in den Ruhestand versetzt worden – dann durfte er eingeschränkt wieder arbeiten. Nun hat die Diözese die Entscheidung revidiert.
Würzburger Bischof Franz Jung: Priester im Ruhestand den Dienst verboten

Würzburger Bischof Franz Jung: Priester im Ruhestand den Dienst verboten

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Daniel Karmann / dpa

Der Würzburger Bischof Franz Jung hat gegen einen Priester im Ruhestand ein Dienstverbot ausgesprochen.

Als Grund gibt die Diözese Würzburg in einer Mitteilung  das frühere Verhalten des Priesters an, der vor Jahren eingestanden hatte, in der Vergangenheit »sexuelle Kontakte zu einer noch jugendlichen Person« gehabt zu haben. Zudem habe der Priester »im Gespräch mit einer Opferangehörigen« wenig Empathie gezeigt. Der Bayerische Rundfunk  berichtet, bei der Person habe es sich um eine Angehörige eines Missbrauchsopfers gehandelt.

Der Priester war den Angaben der Diözese zufolge 2011 von seinen Aufgaben entbunden und in den Ruhestand versetzt worden, nachdem er die sexuellen Kontakte zu einer jugendlichen Person Anfang der Achtzigerjahre eingestanden hatte. Da die Vorwürfe etwa 30 Jahre zurückgelegen hätten, seien sie im strafrechtlichen Sinne verjährt, heißt es.

Von Januar 2018 an habe der Priester im Ruhestand mit eingeschränkter Erlaubnis aushilfsweise wieder priesterliche Dienste übernommen. Der damalige Ständige Vertreter des Diözesanadministrators, Thomas Keßler, hält diese Entscheidung im Nachhinein für falsch. »Dafür bitte ich um Entschuldigung«, sagte Keßler laut Mitteilung.

Zuletzt hatte ein Gutachten in München erneut den Blick auf sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche gelenkt. Das vom Erzbistum München und Freising selbst in Auftrag gegebene Gutachten der Anwaltskanzlei Westpfahl Spilker Wastl (WSW) kommt zu dem Ergebnis, dass Fälle von sexuellem Missbrauch in der Diözese über Jahrzehnte nicht angemessen behandelt wurden. Es wirft den Kardinälen und ehemaligen Erzbischöfen Friedrich Wetter und Joseph Ratzinger sowie dem aktuellen, Reinhard Marx, Fehlverhalten vor.

Von mindestens 497 Opfern und 235 mutmaßlichen Tätern sprechen die Gutachter, gehen aber von einem deutlich größeren Dunkelfeld aus.

ptz
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