Würzburg Jugendlicher drohte mit Amoklauf

Eine Woche nach dem Blutbad von Erfurt hat ein Jugendlicher angekündigt, in Würzburg ebenfalls für ein Massaker zu sorgen. Er hatte offenbar Angst um seinen Arbeitsplatz.


Würzburg - Der 16-Jährige sitzt nun in Untersuchungshaft. Er hatte während einer Gedenkminute für die 16 Opfer von Erfurt im Würzburger Don-Bosco-Heim vier Mitschüler und eine Lehrerin der Ausbildungsstätte bedroht.

"Ich werde Amok laufen. Ich bekomme Waffen von meinem Bruder. Das ist für mich kein Problem", soll der Jugendliche nach Angaben der Staatsanwaltschaft gesagt haben. "Es passiert im Don-Bosco-Heim genauso wie in Erfurt, spätestens zum 31. Mai." Die Heimleitung erstattete Anzeige, eine Durchsuchung des Wohnheim-Zimmers des Jugendlichen ergab aber keine Hinweise auf eine Waffe.

Dennoch erließ das Amtsgericht Würzburg bereits am 7. Mai Haftbefehl. Noch am selben Tag erhob die Staatsanwaltschaft Anklage. "Wir tun das, weil mit Erfurt kein Spaß verstanden wird", sagte Oberstaatsanwalt Bardo Backert.

Anlass für die Drohung war offenbar die Ankündigung des Heims, die Ausbildung des 16-Jährigen zum Beikoch wegen mangelnder Qualifikation Ende Mai zu beenden und ihm damit auch den Wohnheimplatz zu entziehen. Nun droht ihm die Einweisung in eine Jugendarrestanstalt für vier Wochen oder eine Jugendstrafe.

Zeven: SMS an die Schultelefonanlage

Im niedersächsischen Zeven ging an einer Schultelefonanlage eine SMS ein, in der mit einer Bombe gedroht wurde. Kurz danach folgte eine weitere SMS mit dem Text: "Wir machen keinen Spaß, räumen sie bis 10 Uhr alle Klassen oder wollen sie, dass dasselbe wie in Erfurt passiert". Die alarmierte Polizei hatte inzwischen einen 19 Jahre alten Schüler als Absender ermittelt und nahm ihn im Unterricht fest. Er gab an, im Unterricht sei ihm das Vorhaben spontan in den Sinn gekommen und er habe die Drohung nie ernsthaft beabsichtigt. Gegen ihn wurde eine Anzeige erstattet.



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