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28. Dezember 2014, 18:36 Uhr

Defekte Gastherme in Wuppertal

13 Menschen mit Kohlenmonoxid vergiftet

Schon wieder eine defekte Gastherme, schon wieder eine Kohlenmonoxid-Vergiftung: In Wuppertal mussten 13 Menschen ins Krankenhaus, sieben werden in einer Druckkammer behandelt.

Wuppertal - 13 Menschen haben sich am Sonntag in Wuppertal mit Kohlenmonoxid vergiftet und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Sieben der Betroffenen, darunter sechs Kinder, wurden in eine Spezialklinik in Aachen verlegt, wo sie in einer Druckkammer behandelt werden.

Nach Angaben der Polizei verursachte eine schlecht oder gar nicht gewartete Gastherme in dem Mehrfamilienhaus das Unglück.

Kohlenmonoxid (CO) ist farblos, riecht und schmeckt nicht, Menschen nehmen es deshalb nicht wahr, wenn die Konzentration des giftigen Gases steigt. CO ist so gefährlich, weil es an Hämoglobin andockt - die Substanz in den roten Blutkörperchen, die den lebenswichtigen Sauerstoff transportiert. Weil Kohlenmonoxid eine stärkere Bindung mit dem Hämoglobin eingeht, verdrängt es den Sauerstoff. Die möglichen Folgen: Kopfschmerzen, Herzrasen, Übelkeit, Halluzinationen, Apathie, Krampfanfälle, Atemnot, Koma und im schlimmsten Fall der Tod. Man erstickt sozusagen von innen, erklärte Medizinkorrespondent Christoph Specht anlässlich des Grubenunglücks in der Türkei im Mai.

Im Falle einer Vergiftung ist das Therapieziel, die CO-Konzentration im Blut möglichst schnell wieder zu senken und die des Sauerstoffs zu erhöhen. Bei schweren Fällen soll dies durch die Behandlung in einer Überdruckkammer ermöglicht werden.

Immer wieder kommt es zu Vergiftungen und Todesfällen, wenn Kohlenmonoxid aus Gasthermen oder Kaminen unbemerkt in die Wohnung strömt oder Menschen in Innenräumen mit offenem Feuer hantieren. Laut einem Fachartikel aus dem Jahr 2012 kommt es in Deutschland pro Jahr zu etwa 370 Todesfällen durch CO-Vergiftungen, etwa 3700 Menschen müssen wegen einer solchen Vergiftung im Krankenhaus behandelt werden.

Die Polizei in Wuppertal hatte erst am 26. Dezember berichtet, dass zwei Menschen mit einer CO-Vergiftung ins Klinikum Aachen gebracht wurden. Sie hatten auf dem Balkon gegrillt und den noch glühenden Grill anschließend mit in die Wohnung genommen, wodurch die Kohlenmonoxid-Konzentration angestiegen war.

Anfang Dezember starben in Hamburg drei Menschen an einer CO-Vergiftung, auch hier war eine fehlerhafte Gastherme die Ursache.

wbr/dpa

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