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Yannick Noah Neustart in Afrika

aus DER SPIEGEL 6/2022
Foto:

Seguin Franck / Presse Sports

Der ehemalige französische Tennisstar und Sänger Yannick Noah, 61, gibt Einblicke in sein neues Leben in Kamerun. Nach dem Tod seines Vaters 2017 kehrte er an dessen Geburtsort Etoudi zurück – und wurde dort zum Dorfobersten auserkoren, erzählt er jetzt in einem Videointerview mit dem Onlinemagazin »Brut«. Noah führt dabei durch das einstige Dorf, das heute mit ungefähr 5000 Einwohnern zur Hauptstadt Yaoundé gehört. Er verbrachte dort seine Kindheit, bis er mit zwölf Jahren nach Frankreich ging, wo er für eine professionelle Tenniskarriere zu trainieren begann. Durch seinen neuen Job sei er eine wichtige Respektsperson in der Gemeinde, er kümmere sich vor allem um Kinder und ältere Menschen, erklärt er. Weit weg von Frankreich und den internationalen Metropolen hat Noah eine radikale Wende vollzogen. Er wird von seinen Fans als letzter Franzose verehrt, der die French Open gewonnen hat, und sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen wegen seiner beiden Ehen mit Models; heute hat er mit drei Frauen fünf Kinder. Jetzt tritt er bescheiden und stolz zugleich auf. In dem Video führt er zu dem Haus, in dem er aufgewachsen ist und das heute eine Grundschule beherbergt. »Das hier war einmal mein Zimmer«, ruft er den Kindern und dem Lehrer in einer Klasse zu. »Ich hoffe, das bringt euch Glück.« Es gehe ihm auch darum, sich für die Menschen zu engagieren und nicht nur einen Pokal in einer Glasvitrine zu hinterlassen, sagt Noah.

PE
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