Nach Crash mit 152 Toten Jemenitische Airline wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

Die Fluggesellschaft Yemenia muss sich in Frankreich vor Gericht verantworten – 13 Jahre nach einem verheerenden Flugzeugabsturz vor Ostafrika. Auch die einzige Überlebende soll in dem Prozess aussagen.
Rettungseinsatz an einem Strand auf den Komoren nach dem Flugzeugabsturz im Jahr 2009

Rettungseinsatz an einem Strand auf den Komoren nach dem Flugzeugabsturz im Jahr 2009

Foto: Sayyid Azim / AP

Die Katastrophe liegt schon mehr als ein Jahrzehnt zurück, restlos geklärt sind die Zuständigkeiten und Versäumnisse beim Absturz von Yemenia Flug 626 am 30. Juni 2009 beim Anflug auf die Komoren aber bis heute nicht.

Nun soll bei einem Prozess in Paris festgestellt werden, ob die Fluggesellschaft Schuld an dem Crash mit 152 Toten hat. Bei dem Prozess werden der Airline fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Es gibt 560 Nebenkläger, wie das Gericht mitteilte.

65 der Opfer waren Franzosen, die zumeist von den Komoren stammten. Sie waren von Paris und Marseille aus in die jemenitische Hauptstadt Sanaa geflogen und dort in die Unglücksmaschine zu dem ostafrikanischen Inselstaat Komoren umgestiegen. Am ersten Prozesstag nahmen Hunderte Angehörige der Opfer teil, viele wurden dabei aus Marseille zugeschaltet.

Airbus stürzte bei schlechter Sicht in die See

Kurz vor der Landung auf dem Flughafen der Hauptstadt Moroni stürzte der Airbus A310 bei schlechtem Wetter in den Indischen Ozean. Nur eine Zwölfjährige überlebte nach dem Absturz zehn Stunden lang leicht verletzt im Wasser, weil sie eine Rettungsweste trug und sich an ein Wrackstück klammerte. Die heute 25-Jährige will laut übereinstimmenden Berichten in dem Prozess aussagen (lesen Sie hier die Schilderungen der Überlebenden).

Die französische Zivilluftfahrtbehörde BEA sah später Hinweise auf Fehler der Piloten als Ursache. Auch der Airline selbst werden Versäumnisse vorgeworfen: So soll Yemenia nicht nur ihre Piloten schlecht ausgebildet haben, sondern auch an Nachtflügen nach Moroni festgehalten haben, obwohl es immer wieder Probleme mit der Beleuchtung am Flughafen gab.

Airline Vertreter können nicht kommen

Vertreter von Yemenia waren wegen des Krieges in ihrem Land nicht anwesend. Ihr Anwalt Léon-Lef Forster sprach von einigen Problemen und Fehlern, die jedoch nicht der Fluggesellschaft anzulasten seien. Diese werde er bei den Anhörungen offenlegen. Yemenia droht bei einer Verurteilung eine Geldstrafe von 225.000 Euro.

fek/dpa/AFP

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