Nationalpark in Kanada Bergziege tötet Grizzlybärin

Als die Grizzlybärin angriff, drehte ihr Opfer den Spieß offenbar um: Eine Bergziege hat in Kanada ihre Angreiferin getötet. Solche Fälle würden nur selten dokumentiert, so die Park-Verantwortlichen.
Grizzlybär (Symbolbild)

Grizzlybär (Symbolbild)

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LUCY NICHOLSON/ REUTERS

In der freien Wildbahn des kanadischen Yoho-Nationalparks im Gebirge der Rocky Mountains kommt es immer wieder vor, dass hungrige Grizzlybären Bergziegen angreifen. Mit ihrer Größe, ihrem Gewicht und ihren Pranken sind die Bären den Ziegen meist überlegen – doch in einem seltenen Fall hat eine Ziege den Spieß nun offenbar umgedreht.

So teilte die Regierungsorganisation Parks Canada mit, dass kürzlich die Nekropsie eines toten weiblichen Grizzlybärs ergeben hätte, dass das Tier von einer Ziege getötet wurde. Demnach hätten die spitzen Hörner der Ziege die Achselhöhlen und den Hals der Bärin durchbohrt. Das berichtet unter anderem die Zeitung »Rocky Mountain Outlook« .

»Wenn Grizzlybären angreifen, konzentrieren sie sich in der Regel auf den Kopf, den Nacken und die Schultern des Beutetieres. Dieser Angriff erfolgt in der Regel von oben«, sagte David Laskin, Mitarbeiter von Parks Canada. Die Ziege hätte sich wohl mit ihren scharfen Hörnern verteidigt. Grizzlybären jagten Bergziegen relativ häufig, so Laskin. »Ich vermute, dass die Bergziege in diesem Fall erfolgreich war und den Spieß umgedreht hat. Diese Bergziegen sind große Tiere und ihre Hörner sehr scharf.«

»Natur voller Überraschungen«

Ein Wanderer hatte den toten Körper der nur etwa 70 Kilogramm schweren Bärin Anfang September gefunden. Das Tier war anschließend abtransportiert worden, um zu verhindern, dass andere Raubtiere angelockt werden.

»Es gab in der Vergangenheit auch schon andere Fälle, in denen Bergziegen aus Notwehr Bären getötet haben, aber so etwas ist selten dokumentiert«, sagte Laskin weiter: »Das war auf jeden Fall interessant – und eine Erinnerung daran, dass die Natur voller Überraschungen ist.«

ptz
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