Yoko Ono griff ein Lennon-Mörder bleibt in Haft

Der Mörder von John Lennon wird nicht in die Freiheit entlassen. Seine Begnadigung nach zwanzig Jahren Haft wurde abgelehnt.


Mark David Chapman
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Mark David Chapman

New York - Nach einer knapp einstündigen Anhörung im Hochsicherheitsgefängnis des Bundesstaates New York in der Ortschaft Attica entschied der zuständige Gnadenausschuss gegen den Antrag des 45-jährigen Mark David Chapman. Er hatte den Popstar Lennon am 8. Dezember 1980 vor dessen Wohnhaus in New York durch fünf Schüsse aus einer Pistole getötet.

In der schriftlichen Begründung, die Chapman am selben Tag übergeben wurde, heißt es, die Tat sei damals "wohl kalkuliert" verübt worden. Den Mord an dem früheren Beatles-Mitglied, der zugleich auch ein Ehemann und Vater zweier kleiner Kinder gewesen sei, habe Chapman zudem "in dem Bedürfnis begangen, für sich selbst Anerkennung und Berühmtheit zu gewinnen".

John Lennon und Yoko Ono
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John Lennon und Yoko Ono

Chapman hatte zuvor in Interviews erklärt, er sei sicher, der Ex-Beatle würde ihm längst verziehen haben. Er träume davon, sich mit dessen Witwe Yoko Ono zu versöhnen. Die Ausschuss-Mitglieder haben nach Berichten amerikanischer Medien bei ihrer Entscheidung auch berücksichtigt, dass Yoko Ono um ihr Leben sowie um das der Söhne Lennons Sean und Julian fürchtet. Sie soll deshalb Einspruch gegen den Antrag des Mörders ihres Mannes erhoben haben. Auch Lennons Söhne hatten sich dagegen ausgesprochen.

Chapman hätte nach US-Gesetzen trotz der Verurteilung zu lebenslanger Haft nach 20 Jahren Strafverbüßung unter Auflagen freikommen können. Er kann nun erst wieder in zwei Jahren einen Antrag auf Haftverschonung stellen. Der Zeitpunkt des jetzigen Gnadenantrages wurde in US-Medien als für Chapman äußerst ungünstig dargestellt. Am 9. Oktober wäre Lennon 60 Jahre alt geworden. Beatles-Fans in aller Welt wollen seiner an diesem Tag gedenken.



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