Zeitungsanzeigen Der Welfenprinz wehrt sich

Prinz Ernst August von Hannover schlägt zurück. Zur Abwechslung aber verbal: In Zeitungsanzeigen in Deutschland, Frankreich und Kenia stellt er seine Sicht der Dinge klar.


Mit dieser Anzeige nimmt der Prinz Stellung zu der Prügelei in Afrika
FAZ

Mit dieser Anzeige nimmt der Prinz Stellung zu der Prügelei in Afrika

Nairobi/Frankfurt - Ernst August Prinz von Hannover wehrt sich in den Anzeigen gegen den Vorwurf, er habe in Kenia den deutschen Hotelier Josef Brunlehner krankenhausreif geschlagen. Er sei "traurig über die einseitigen Berichte und wünsche, die Wahrheit zu veröffentlichen". Sollte sein Landsmann verletzt worden sein, "sei dies nicht bei dem Streit geschehen", heißt es in ganzseitigen Anzeigen, die in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) und den wichtigsten Zeitungen Kenias erschienen. Bereits am Sonntag war die Annonce in der Pariser Zeitung "Le Journal du Dimanche" erschienen.

Der Prinz von Hannover hatte sich vor eineinhalb Wochen mit dem Discotheken-Besitzer auf der Insel Lamu am Indischen Ozean geschlagen. Nach Angaben eines Managers von Brunlehner ist dieser nach einem Krankenhausaufenthalt seit dem Wochenende wieder zu Hause.

Prinz Ernst August mit seiner Frau, Prinzessin Caroline von Monaco, bei der Eröffnung des 24. Zirkusfestivals in Monte Carlo
REUTERS

Prinz Ernst August mit seiner Frau, Prinzessin Caroline von Monaco, bei der Eröffnung des 24. Zirkusfestivals in Monte Carlo

Der Adlige bestreitet in den Anzeigen erneut, gemeinsam mit anderen Männern auf Brunlehner losgegangen zu sein. Auch sei er nicht bewaffnet gewesen. Der Prinz habe keine eigenen Interessen verfolgt, sondern die moslemische Bevölkerung des Dorfes Shela beschützt. Die Sensationsberichte seien kein Resultat ernsthafter Nachforschungen gewesen.

Die Anzeigen in mehreren kenianischen Zeitungen kostete den Chef des Welfenhauses jeweils umgerechnet 5400 Mark; eine ganzseitige Annonce in der "FAZ" kostet normalerweise rund 67.000 Mark.

Brunlehners Discothek auf der Insel Manda, die Lamu in Hörweite direkt gegenüber liegt, stört nach Aussagen des Prinzen die Bevölkerung von Shela massiv mit lauter Musik. Viele Einwohner von Shela, die die Tat des Prinzen feierten, bestätigten dies. Nach Angaben von Brunlehners Manager darf die Discothek am Freitag und Samstag nach 20.00 Uhr ab sofort keine Musik mehr spielen.

Ernst August selbst gibt zu, dass er Brunlehner zwei Mal ins Gesicht geschlagen hatte. Der Hotelier wurde anschließend auf der Intensivstation eines Krankenhauses wegen Brustverletzungen behandelt. Augenzeugen berichteten jedoch, Brunlehner sei direkt nach dem Vorfall in seine Discothek gefahren und habe dort einige Drinks zu sich genommen.



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