Zug-Kollision Eine Tote und 45 Verletzte im Euronight-Express

Beim Zusammenstoß zweier Euronight-Züge in Norditalien ist eine Frau ums Leben gekommen. 45 Fahrgäste wurden verletzt. Die sich entgegenkommenden Züge waren auf der Strecke Rom-Paris unterwegs.


Stresa - Zu dem Zusammenprall kam es in den frühen Morgenstunden bei Stresa, rund 70 Kilometer nordwestlich von Mailand. Der letzte Waggon des von Rom nach Paris fahrenden Euronights entgleiste aus bisher unbekanntem Grund und prallte gegen den entgegenkommenden Euronight, der von Paris nach Rom unterwegs war.

Zur Klärung der Unglücksursache leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen ein. Es werde entweder eine schadhafte Schiene oder ein Defekt am entgleisten Waggon vermutet, berichtete das staatliche italienische Fernsehen Rai. Der letzte Waggon des Rom-Paris-Zuges sei gut einen Kilometer vor dem Unglücksort aus den Schienen gesprungen. Zahlreiche der insgesamt mehr als 900 Fahrgäste beider Züge mussten von der Feuerwehr aus den Waggons geborgen werden. Einige Waggons seien zudem in einem Tunnel zum Stillstand gekommen.

Bei der Toten handelte es sich nach Polizeiangaben um eine 78-jährige Französin, die in einem Rettungshubschrauber ihren schweren Verletzungen erlag, hieß es. Sie sei auf der Rückreise von einer Pilgerfahrt gewesen. Von den Verletzten, die in verschiedene Krankenhäuser der Region gebracht wurden, schwebte keiner in Lebensgefahr.

Die Bahnlinie über den Simplonpass in die Schweiz war nach dem Unglück, das sich um 4.10 Uhr ereignet hatte, stundenlang blockiert. Der unversehrt gebliebene Teil des Nachtzuges Rom-Paris setzte am späten Vormittag seine Fahrt fort; die Reisenden des Zuges Paris-Rom wurden hingegen mit Bussen nach Mailand gebracht, von wo sie die Reise fortsetzen sollten.



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.