Medienberichte Entgleister Zug bei Garmisch – kaputte Betonschwellen als mögliche Ursache

Nach dem Zugunglück nahe Burgrain in Bayern mehren sich laut Medienberichten die Hinweise, dass die Strecke beschädigt gewesen sein könnte. Das legt offenbar ein Dokument des Bundestags nahe.
Zugkatastrophe nahe Burgrain bei Garmisch-Partenkirchen am 3. Juni

Zugkatastrophe nahe Burgrain bei Garmisch-Partenkirchen am 3. Juni

Foto: NETWORK PICTURES / EPA

Warum der Regionalzug nahe Garmisch-Partenkirchen entgleiste, ist noch immer nicht geklärt – doch inzwischen gibt es offenbar weitere Hinweise, dass Beschädigungen an der Strecke ursächlich sein könnten.

Die Nachrichtenagentur dpa und der Bayerische Rundfunk  berichten über ein Dokument des Bundestags-Verkehrsausschusses, das sich mit dem Unglück befasst.

Darin sei die Rede von »zum Teil vorgeschädigten Betonschwellen«, die einen »Verlust der Spurführung« ausgelöst haben könnten. Weder die Deutsche Bahn noch die Ermittler der bayerischen Sonderkommission »Zug« äußerten sich dazu.

Auch die Münchner »TZ« hatte zuvor über Schäden an der Strecke berichtet. Als wahrscheinlichste Unglücksursache werde in Bahnkreisen demnach ein Schaden am Bahndamm angenommen. Dadurch sei es womöglich zu Verschiebungen der Gleise gekommen, weshalb der Zug aus der Spur fiel.

Die Staatsanwaltschaft München II hatte nach dem Zugunglück Ermittlungen gegen drei Mitarbeiter der Deutschen Bahn eingeleitet. Es geht um den Verdacht der fahrlässigen Tötung.

Allerdings gibt es nach ersten Informationen der Ermittler keine Indizien für Fehler einzelner Personen. Vielmehr stünden »Infrastruktur« und »Fahrzeuge« im Fokus, hatte ein Sprecher dem SPIEGEL erklärt.

Der Regionalzug war am 3. Juni auf dem Weg von Garmisch-Partenkirchen nach München entgleist. Vier Frauen und ein 13-Jähriger starben. Fast 70 Menschen wurden laut Polizei teils schwer verletzt. Eine 34-Jährige befindet sich auch vier Wochen nach dem Unglück noch in kritischem Zustand, wie die Staatsanwaltschaft dem SPIEGEL mitteilte.

Anmerkung der Redaktion: In der Überschrift des Textes stand zunächst »Betonwellen«. Wir haben den Fehler korrigiert.

jpz/dpa
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