Probleme mit Weiche Dutzende Verletzte bei Zugkollision in Wien

In Wien sind zwei voll besetzte Züge zusammengeprallt. Mindestens 41 Menschen wurden bei dem Unfall verletzt, zwei von ihnen schweben in Lebensgefahr. Grund war offenbar ein Problem bei der Weichenstellung.

Einsatzkräfte im Wiener Stadtteil Penzing: Frontalzusammenstoß zweier Vorortbahnen
DPA

Einsatzkräfte im Wiener Stadtteil Penzing: Frontalzusammenstoß zweier Vorortbahnen


Wien - Der Unfall ereignete sich gegen 8.45 Uhr im Westen von Wien: Zwei Züge sind frontal zusammengestoßen, mindestens 41 Menschen wurden dabei verletzt. Darunter waren nach Angaben der österreichischen Bahn fünf Schwerverletzte, zwei von ihnen schweben demnach in Lebensgefahr.

Als Ursache für den Unfall auf einem eingleisigen Abschnitt nannten die Österreichischen Bundesbahnen ÖBB ein Problem bei der Weichenstellung. "Ein Zug hat eine Fahrerlaubnis bekommen, obwohl er diese nicht hätte bekommen dürfen", sagte eine ÖBB-Sprecherin dem österreichischen Rundfunk ORF. Unklar ist bislang, ob es sich dabei um menschliches Versagen handelte.

Die beiden Vorortbahnen waren zum Zeitpunkt des Unglücks voll besetzt. Es dauerte mehr als zwei Stunden, bis alle Insassen aus den Zügen geholt werden konnten. Rund 70 Rettungskräfte waren laut ORF im Einsatz. Die Strecke zwischen Hütteldorf und Breitensee blieb bis zum Mittag gesperrt.

aar/dpa/AFP

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
stbi 21.01.2013
1. Wie kann das?
Wieso kann sich überhaupt mehr als 1 Zug gleichzeitig im selben Segment befinden?
Robert_Rostock 21.01.2013
2.
Zitat von stbiWieso kann sich überhaupt mehr als 1 Zug gleichzeitig im selben Segment befinden?
Sollte eigentlich, bei normal funktionierender Sicherungstechnik, nicht gehen. Dann kann man auch nicht versehentlich ein Signal auf Grün stellen, wenn der Abschnitt noch besetzt ist. Mögliche Ursachen: - Ein Zug ist an einem roten Signal vorbeigefahren (wie letztens in Sachsen-Anhalt) - Es ist eine Nebenstrecke mit vereinfachter Sicherungstechnik (eher unwahrscheinlich) - Es sind Bauarbeiten, bei denen die normale Sicherungstechnik ausgeschaltet und eine vereinfachte "Rückfallebene" eingeführt wurde
dk5ras 21.01.2013
3. Zugleitbetrieb
In Deutschland gibt es auf Nebenstrecken oft den sog. Zugleitbetrieb, bei dem nur mündlich (i.d.R. per Funk) der Fahrauftrag dem Fahrer gegeben wird, mit genauer Nennung, der Fahrer muß das korrekt wiederholen, erst dann darf gefahren werden. Wenn nun zwei Zügen so ein Befehl gegeben wird, dann endet das u.U. böse. Ich kann mir gut vorstellen, daß es ein derartiges Betriebsverfahren auch in Österreich gibt, da dort im Bahngeschehen vieles ähnlich zu Deutschland ist. Somit existiert dann keine technische Sperre, die die fatale Fahrt verhindern würde...
edusson 21.01.2013
4.
Die ÖBB-Schnellbahnlinie S45 ("Vorortelinie") wird im Bereich des Unfalls eingleisig geführt - aus räumlichen Gründen. Es gibt dort zwar insgesamt drei Gleise, doch zwei davon sind überwiegend für den Fernverkehr Richtung Westbahnhof reserviert. Unfallursache ist wahrscheinlich menschliches Versagen: eine Automatik ist witterungsbedingt ausgefallen und beim Umstellen auf manuellen Betrieb wurde ein Signal vergessen.
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