Zugunglück in Württemberg Güterzug hielt unplanmäßig

Nach dem Bahnunfall in Herbrechtingen mit 32 Verletzten sind die Ermittler der Unglücksursache ein Stück näher gekommen. Die Kollision mit einem Personenzug ist offenbar durch den ungeplanten Stopp eines Güterzuges im Bahnhof ausgelöst worden.


Mindenstens 32 Menschen wurden bei dem Zugunglück verletzt
DPA

Mindenstens 32 Menschen wurden bei dem Zugunglück verletzt

Herbrechtingen - Der Güterzug hätte nicht in Herbrechtingen halten sollen, sagte Alexander Wietstock vom Bundesgrenzschutz (BGS). Grund für den außerplanmäßigen Halt sei eine Änderung im Betriebsablauf gewesen. Es sei aber unklar, warum der Personenzug auf demselben Gleis einfuhr. Die Staatsanwaltschaft Ellwangen prüft zusammen mit der Bahn und dem BGS, ob ein technischer oder menschlicher Fehler vorlag.

Der Fahrdienstleiter des Bahnhofs konnte nach Wietstocks Angaben auch am Freitag aus gesundheitlichen Gründen nicht zu dem Unfall befragt werden. Er war unmittelbar nach dem Unglück verschwunden und erst Stunden später an den Unfallort zurückgekehrt.

Nach ersten Ermittlungen fuhr der Stadtexpress trotz Notbremsung mit einer Geschwindigkeit von 55 Stundenkilometern auf den stehenden Güterzug. Durch den Aufprall und umherfliegende Zugteile wurden in dem Zug fünf Menschen schwer verletzt, darunter eine junge Zugbegleiterin. 27 weitere Passagiere erlitten ebenfalls Verletzungen.

Unterdessen wurde die Zugstrecke zwischen Ulm und Aalen am Freitagmorgen wieder für den Bahnverkehr freigegeben. Der Unfallzug wird nach Angaben der Deutschen Bahn in einer Werkstatt in Ulm untersucht. Dabei gehe es vor allem um die Auswertung der so genannten "Black Box". Auch die Staatsanwaltschaft erhofft sich durch dieses Aufzeichnungsgerät weitere Aufklärung der Unglücksursache.



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