Zugunglück Kritik an Railtrack

Die britische Bahngesellschaft Railtrack hat angeblich aus Kostengründen die Einführung eines automatischen Zwangsbremssystems verhindert. Künftig soll sie nicht mehr über die Bahnsicherheit wachen.


Erinnerungen an Eschede: Das Zugunglück in Paddington
AP

Erinnerungen an Eschede: Das Zugunglück in Paddington

London - Die britische Regierung will der Bahngesellschaft Railtrack nach dem Zugunglück von London die Aufsicht über die Bahnsicherheit entziehen. Britische Zeitungen berichteten am Sonntag übereinstimmend über eine entsprechende Entscheidung. Sie soll offiziell am Montag bekannt gegeben werden.

Die Privatgesellschaft ist für die Infrastruktur der Bahn und für die Sicherheit auf den Strecken zuständig. Verkehrsminister John Prescott will diese Kompetenz nun einem unabhängigen Gremium übertragen. Der "Independent" warnte allerdings davor, neue bürokratische Einrichtungen zu schaffen, ohne Verantwortung deutlich festzulegen.

Die Zeitung "Mail on Sunday" berichtete unter Berufung auf einen bisher nicht veröffentlichten Bericht, dass Railtrack die Einführung eines modernen automatischen Zwangsbremssystems aus Kostengründen abgelehnt habe. Die Manager und Fachleute von Railtrack hätten errechnet, dass die Investitionen auf "42 Millionen Mark pro gerettetem Menschenleben" steigen würden, schrieb die Zeitung.

Am Unfallort wurden die Bergungsarbeiten in dem völlig zerstörten 1. Klasse-Wagen des Intercity am Sonntag fortgesetzt. Die Polizei vermutet, dass alle Insassen verbrannten. Am Nachmittag soll am Unfallort den Opfern gedacht werden.



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