Mosambik und Simbabwe Mehr als 40 Tote nach Zyklon "Idai"

Zyklon "Idai" ist über den Südosten Afrikas gezogen - mit Windböen von bis zu 160 km/h und heftigem Regen. In Mosambik und Simbabwe starben Dutzende Menschen.

Zyklon "Idai" an der Küste von Mosambik
NASA WORLDVIEW/HANDOUT/EPA-EFE/REX

Zyklon "Idai" an der Küste von Mosambik


Infolge eines starken Tropensturms und heftiger Regenfälle sind in Mosambik und in Simbabwe mindestens 43 Menschen ums Leben gekommen. In beiden Ländern im südlichen Afrika verursachte der Zyklon "Idai" - er hatte die Kategorie vier von fünf - schwere Schäden.

Zahlreiche Orte waren am Samstag von der Außenwelt abgeschnitten. Rettungskräfte warnten, dass das gesamte Ausmaß der Schäden in Mosambik wegen Ausfällen des Strom- und Handynetzes noch nicht absehbar gewesen sei.

Im Zentrum Mosambiks, wo "Idai" in der Nacht zum Freitag mit Windböen von bis zu 160 km/h vom Indischen Ozean her kommend auf Land gestoßen war, starben mindestens 19 Menschen. Rund 70 weitere wurden teils schwer verletzt, wie der Gouverneur der betroffenen Provinz Sofala, Albert Mondlane, am Samstag einem Radiosender sagte.

Der Sturm zog direkt über die Großstadt Beira mit 500.000 Einwohnern hinweg. Dort fielen der Strom und das Kommunikationsnetz aus. Das Rote Kreuz, Unicef und andere Helfer schickten auf dem Landweg Teams aus der Hauptstadt Maputo in die Region; Inlandsflüge waren gestrichen.

Im Osten Simbabwes in der Nähe des Ortes Chimanimani kamen infolge von Überschwemmungen mindestens 24 Menschen ums Leben. Rund 40 weitere würden noch vermisst, erklärte das Informationsministerium. Ein Parlamentsabgeordneter in der Region Chimanimani berichtete, mindestens 25 Häuser seien von einer Schlammlawine fortgerissen worden.

Mehrere Menschen saßen laut dem Ministerium auf dem Gipfel eines Berges fest und warteten auf Rettung. Starker Wind hindere die Rettungshubschrauber jedoch daran, hinaufzusteigen. Zahlreiche Häuser, Straßen und Äcker seien überflutet. Retter konnten den Ort wegen eingestürzter Brücken zunächst nicht erreichen. Die Stromversorgung war teilweise unterbrochen.

Der Zyklon hatte sich am Freitag über Land abgeschwächt und war von Mosambik nach Simbabwe weitergezogen. Bereits Anfang der Woche war es in Mosambik und im angrenzenden Süden Malawis zu heftigem Regen und zu Überflutungen gekommen, in deren Folge in Mosambik 66 Menschen starben. Im benachbarten Malawi starben wegen der Unwetter seit Monatsbeginn 56 Menschen, Zehntausende wurden obdachlos.

Mosambik und Malawi gehören zu den ärmsten Ländern der Welt. Bereits seit mehreren Jahren herrschen dort im Wechsel lange Trockenzeiten und schwere Regenfälle mit verheerenden Folgen. In Mosambik hatte der Zyklon "Favio" 2007 rund 130.000 Häuser beschädigt und Zehntausende Menschen zur Flucht gezwungen.

abl/dpa

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