Not nach Zyklon in Südostafrika Hunger, Trauer, Hilflosigkeit

Hunderttausende Menschen sind obdachlos, es fehlt an Essen, sauberem Wasser und es drohen Seuchen: Helfer beschreiben die Lage nach dem Zyklon "Idai" in Südostafrika als kaum zu bewältigen.

Yasuyoshi CHIBA/ AFP

Zehntausende Menschen warten im Katastrophengebiet nach Zyklon "Idai" weiter auf Hilfe. Zwar haben mittlerweile viele humanitäre Organisationen die schwer verwüstete Hafenstadt Beira in Mosambik erreicht. Die Bedürfnisse der Menschen vor Ort sind jedoch so überwältigend, dass die Helfer ihnen kaum gerecht werden können.

Kleine Kinder irrten teils allein herum, berichtet die Kinderschutzorganisation Save the Children. "Viele unbegleitete Kinder haben traumatische Situationen durchlitten - manche mussten mit ansehen, wie ihre Mutter oder ihr Vater fortgespült wurden oder haben Geschwister verloren", berichtete der Einsatzleiter vor Ort, Machiel Pouw.

"Das Ausmaß der Krise ist erschütternd", sagte auch der Generalsekretär der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC), Elhadj As Sy, nach einem Besuch in Beira. 1,8 Millionen Menschen sind in der Region in Südostafrika laut Uno-Schätzung betroffen.

Mehr als 600 Todesfälle

Ein kleines Kind in Mozambik wird aus einem Boot gehoben (23. März)
Themba Hadebe/ AP

Ein kleines Kind in Mozambik wird aus einem Boot gehoben (23. März)

Das Katastrophengebiet erstreckt sich über Hunderte Kilometer von Mosambik nach Simbabwe und Malawi. Besonders die abgelegenen Regionen seien weiter schwierig oder gar nicht zu erreichen, berichten Uno-Hilfsorganisationen. Der Zyklon "Idai" war am 15. März über Mosambik, Malawi und Simbabwe gezogen, hatte weite Landstriche verwüstet und durch schwere Regenfälle unter Wasser gesetzt.

Weit mehr als 600 Menschen sind nach offiziellen Angaben bislang ums Leben gekommen - die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen, glauben Hilfsorganisationen. Viele Regionen sind noch unzugänglich, viele Menschen gelten noch als vermisst.

Immer weiterer Regen und zerstörte Verkehrswege erschweren die Versorgung der Zyklon-Opfer. Mitte der Woche drohen neue starke Niederschläge. In Beira wird bereits das Essen knapp, wie Journalisten berichteten.

Zu den 500.000 Einwohnern kommen Vertriebene aus der Umgebung, die ihren gesamten Besitz verloren haben. Insgesamt haben durch die Naturkatastrophe nach Schätzungen mindestens 600.000 Menschen ihr Zuhause verloren.

Krankheiten können sich stark ausbreiten

Das Uno-Welternährungsprogramm (WFP) hat seine Nothilfe stark ausgeweitet. Die Dimension der Katastrophe sprenge die schlimmsten Befürchtungen, erklärte die Organisation. Der Einsatz stehe nun auf einer Stufe mit der Krisenhilfe im Jemen, in Syrien und im Südsudan, hieß es.

Besorgniserregend ist auch, dass sich in den Überschwemmungsgebieten Krankheiten schnell ausbreiten könnten, da nur wenige Toiletten existieren und es an sauberem Trinkwasser mangelt. In den überfluteten Gebieten steige die Zahl der Malaria-Kranken, sagte der Rotkreuz-Generalsekretär.

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Helfer im Katastrophengebiet: Das Leiden nach "Idai"

In dem stehenden Wasser können sich die Malaria übertragenden Mücken extrem schnell vermehren. "Während die Suche und Rettung von Überlebenden weitergeht, müssen wir alles tun, um zu verhindern, dass durch Wasser übertragbare Krankheiten aus dem Desaster eine noch größere Katastrophe machen", sagte Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore.

Um die Lage zu entspannen, hat das deutsche Technische Hilfswerk (THW) zwei Anlagen zur Aufbereitung von Trinkwasser nach Beira geflogen. Die Anlagen sollten noch am Sonntag eintreffen und können im Idealfall am Dienstag in Betrieb genommen werden. Sie können bis zu 10.000 Liter Wasser pro Stunde aufbereiten.

Spendenkonten
    Das Bündnis Entwicklung Hilft (BEH), die Aktion Deutschland Hilft (ADH) und das Rote Kreuz rufen gemeinsam zu Spenden für die Opfer in Mosambik und angrenzenden Ländern auf.

Empfänger: BEH & ADH
IBAN: DE53 200 400 600 200 400 600
Bank: Commerzbank 
Stichwort: Wirbelsturm Idai

Empfänger: Deutsches Rotes Kreuz
IBAN: DE63370205000005023307
BIC: BFSWDE33XXX
Stichwort: Wirbelsturm Idai

irb/AFP/dpa



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