Kinder als Beziehungsprobe Kleine Liebestöter

Nachwuchs ist ein großes Glück - nur nicht unbedingt für die Partnerschaft. Studien zeigen: Die Lebensfreude von Eltern fällt nach der Geburt eines Kindes rapide ab. Doch es gibt Rezepte, damit die Beziehung überlebt.
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Bernhard Handick / SPIEGEL WISSEN

Dieser Text gehört zur Reihe "Bestseller von SPIEGEL+", er ist zuerst erschienen in SPIEGEL Wissen 05/2016

Es war am Tag nach der Geburt ihres dritten Kindes. Und eigentlich waren Thomas und Anna sehr glücklich, erinnern sie sich, denn sie hatten die Geburt sehr gut überstanden. Kind gesund, Mutter gesund, und es ging auch noch schnell. Nach einer schwierigen Schwangerschaft doch ein Geschenk, oder?

Aber als sie dann zu Hause ankamen, da herrschte, wie soll sie es erklären, "einfach ein einziges Chaos", so Anna. Die Flaschen waren nicht abgekocht, die Sachen nicht ausgepackt, jedes Kind wollte etwas anderes, das Baby trinken, der achtjährige Michel toben, der vierjährige Janosch ein Bilderbuch ansehen - und sie waren doch nur zu zweit. "Wie sollen wir das bloß schaffen?", fragte sich Thomas.

Viele junge Paare wollen Kinder, wollen ihre Liebe vervollkommnen, indem sie aus ihrer Partnerschaft eine Familie machen. Aber die wenigsten ahnen vorher, welche Auswirkungen schon ein einziges Kind auf ihre Beziehung haben wird. Welche Einschränkungen es mit sich bringt, welche Konfliktfelder es aufbrechen lässt, welche Zumutung es in unser schnell getakteten, flexiblen, konsumorientierten, durch und durch kapitalistischen, auf Identitätsfindung und Selbstverwirklichung ausgerichteten Gesellschaft bedeuten kann.

Die Forschungsergebnisse sind eindeutig: Die Lebensfreude von Paaren fällt nach der Geburt eines Kindes rapide ab. Viele schleppen sich zwar noch tapfer gemeinsam durch das Leben, bis die Kinder ein bisschen größer sind, manche schaffen es gar bis zum Abitur. Aber bei etwa der Hälfte aller Scheidungen haben die Paare laut Statistischem Bundesamt minderjährige Kinder.

40 Prozent dieser Trennungen finden bereits im ersten Jahr nach der Geburt des ersten Kindes statt.

Wenn man die Klagen der Mütter hört, wenn man den Frust der Väter spürt, wirkt es fast wie ein Wunder, wie viele heute noch den Aufbruch in die Elternschaft wagen. Und, so wie es aussieht, in den deutschen Großstädten sogar wieder deutlich häufiger als früher.

Denn fast alle Menschen träumen immer noch den Traum vom intakten Familienglück, Mutter, Vater, ein bis drei Kinder. Doch wie kann man die Partnerschaft dabei erhalten? Wie kann man sein Glück bewahren, schützen, zurückerobern? Es gibt ein paar Rezepte, ein paar Strategien. Und zuerst hilft vielleicht die Erkenntnis, dass das Leben ein Abenteuer ist, auf das man sich besonders mit Kindern doch sehr bewusst einlassen muss.

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