Volker Reinhardt, 64, ist Professor für Geschichte der Neuzeit an der Universität Fribourg (Schweiz). Er hat viele erfolgreiche Bücher über Italien und die Renaissance geschrieben, darunter "Machiavelli oder die Kunst der Macht" (2012).

SPIEGEL: Herr Professor Reinhardt, Stichwort Renaissance: Bei Italien denkt man da an die Neuerweckung der Antike und Bauten nach römischen Vorbildern. In Deutschland hingegen kommen einem Humanisten wie Conrad Celtis oder Erasmus von Rotterdam in den Sinn und dass die Reformation die Geister schied. Ist der Epochenname angesichts solcher Differenzen noch sinnvoll?

Reinhardt: Tatsächlich können die Historiker sich weder über den Inhalt des Begriffes noch über die Zeitgrenzen einigen. Trotzdem würde ich dafür plädieren, dass es um eine leidlich klar markierte geistig-politische Entwicklungsphase geht, die sich seit etwa 1430 zuerst in Italien abzeichnete und dann partiell auf andere Länder übergriff.

SPIEGEL: War den Menschen damals überhaupt bewusst, dass sie

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL Geschichte-Ausgabe 3/2019.
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