"Das dürfen Sie nicht fragen, Herr Tannous!", blaffte mich kürzlich ein Schüler an. Ich fragte: "Warum nicht?" – "Datenschutz!", so seine knappe Antwort. Ich hatte die Klasse gebeten, eine Vorstellung der eigenen Person auf Französisch aufzuschreiben: Name, Alter, Geschwister, Wohnort et cetera. Ich hatte nicht nach dem Beruf der Eltern gefragt, weil mir schon bewusst war, dass dies vielleicht zu indiskret sein könnte. In Syrien wäre die Frage nach dem Beruf des Vaters gleich die zweite oder dritte Frage nach dem Namen. Die Antwort gibt in der arabischen Welt Aufschluss über den sozialen Status der Familie, was natürlich sehr interessiert.

Der Schüler jedoch fand schon die übrigen Angaben zur eigenen Person zu persönlich. Ich bin mir letztlich nicht sicher, ob er seinen Einwand wirklich ernst meinte oder ob er mich auf die Schippe nehmen wollte. Aber es hat mich sehr verunsichert. Im geschwätzigen und autoritär regierten Syrien ist so etwas wie Datenschutz mehr oder weniger unbekannt. In

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