An dem Tag, an dem die deutsche Wehrmacht in Polen einfiel und Adolf Hitler den Zweiten Weltkrieg entfesselte, am 1. September 1939, konstituierte sich in Berlin ein Gremium mit dem Namen "Reichsvollkornbrotausschuss", abgekürzt RVBA.

Reichsgesundheitsführer Leonardo Conti erklärte die Arbeit des Ausschusses für kriegswichtig. Durch das Vollkornbrot könne die Selbstversorgung Deutschlands mit Brot gewährleistet werden. Außerdem sagte Conti, der körniges Brot liebte: "Der Kampf um das Vollkornbrot ist ein Kampf um die Volksgesundheit."

Als totalitäres Regime wollte der Nationalsozialismus nicht nur die Gedanken, sondern auch die Körper der Menschen formen. Die Volksgenossen sollten nicht nur "deutsch" denken, sie sollten auch so essen. Damit sollten sie die "Nahrungsfreiheit" erkämpfen, die vollständige Selbstversorgung des Landes.

Im Vollkornbrot manifestierten sich diese ernährungspolitischen Vorstellungen. Körniges Brot war über Jahrhunderte die eher ungeliebte Speise der einfachen Leute

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL Geschichte-Ausgabe 1/2019.
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