Es war Anfang September, als der Name von Angela Marquardt, Mitarbeiterin im Bundestagsbüro von SPD-Chefin Andrea Nahles, vom Rednerpult im Bundestag erschallte. Die Fraktionschefin der AfD, Alice Weidel, sprach und erwähnte einen Text, den Marquardt geschrieben hatte. Er sei "eine Schande für die Demokratie", rief Weidel ins Plenum hinein. Es war in gewisser Weise eine Premiere: Mitarbeiter von Abgeordneten werden normalerweise in solchen Reden nicht namentlich genannt.

Angela Marquardt hatte im SPD-Parteiblatt "Vorwärts" einen Text veröffentlicht. Sie rief darin zum gewaltfreien Widerstand gegen Rechtsextremismus auf der Straße auf und forderte, dass die SPD dabei auch mit der Antifa kooperieren solle. Er war als Beitrag für eine Debatte innerhalb der SPD gedacht. Doch Alice Weidel hatte ihn schon vier Tage vor ihrer Rede auf Facebook veröffentlicht – und Marquardts Namen genannt.

In den folgenden Tagen wurde Angela Marquardt zum Ziel einer Hetzkampagne. In kurzer Zeit kamen weit mehr als

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 10/2019.
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