Feiern wollten sie, ein Familienfest, mit Bratwurst und Kindertheater. Vor dem Gewerkschaftshaus in Minden trafen sich an diesem Vormittag Mitglieder von Ver.di und der IG Metall. Es war der 1. Mai 2018, sie wollten für "Solidarität, Gerechtigkeit, Vielfalt" demonstrieren.

Anke Unger hatte den Tag mitorganisiert, sie ist die lokale Gewerkschaftschefin. Fast 400 Besucher kamen. Es war erstaunlich kalt, ansonsten schien alles zu passen. Bis Unger von dem Problem hörte.

Auch Sebastian Landwehr, 29, war gekommen. Er ist stellvertretender Kreissprecher der AfD – und Gewerkschaftsmitglied. Vor zehn Jahren, sagt der Verwaltungsbeamte, sei er Ver.di beigetreten. Und jedes Jahr gehe er auf die Mai-Demo.

Anke Unger kannte Landwehr nicht persönlich, sie hat ihn vorher noch nie getroffen. Doch als sie hörte, ein AfD-Politiker sei auf der Demo, ging sie auf ihn zu. "Wir möchten, dass Sie bitte gehen", habe sie zu ihm gesagt, erinnert sie sich heute.

Landwehr habe gefragt, was das solle. Er sei Ver.di-Mitglied.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 17/2019.
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