Wenn Robert Steinau, 54, aus seiner Anwaltskanzlei in Berlin-Mitte auf die Spree schaut, fällt sein Blick auf die Weidendammer Brücke, deren gusseisernes Geländer mächtige Reichsadler aus der Kaiserzeit zieren.

Die Brücke überstand den Zweiten Weltkrieg fast unbeschadet. Anders als das Land, das Adolf Hitler und seine Anhänger in Schutt und Asche legten. Und anders als Steinaus Familie. Er heißt mit ganzem Namen Robert von Steinau-Steinrück und ist einer der elf Enkel von Fritz-Dietlof von der Schulenburg. Sein Großvater wurde am 10. August 1944 als einer der Verschwörer gegen Hitler hingerichtet.

Die Zeit des Nationalsozialismus gilt als zentrale Zäsur der deutschen Geschichte; Judenmord und Weltkrieg stehen nicht nur im Zentrum der Erinnerungspolitik, sondern bewegen jetzt noch viele deutsche Familien – gerade auch jene der Widerstandskämpfer. In der Nachkriegszeit galten die Gegner Hitlers als Verräter, mussten mühsam um Anerkennung kämpfen. In den Jahrzehnten danach wurde der Respekt

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL Geschichte-Ausgabe 2/2019.
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