An einem klaren, warmen Herbstmorgen versammeln sich Hunderte, um Najmullah die letzte Ehre zu erweisen, dem verehrten Kommandanten der Dorfmiliz von Warduj. Er ist tot, gefallen im Kampf gegen die Taliban. Najmullah, von dem es heißt, dass er nie Furcht zeigte, dass er seinen Männern immer Mut machte und dass er Bäume über alles liebte.

Der Imam spricht das Totengebet unter einem uralten Walnussbaum, dessen riesiges Blätterdach das Sonnenlicht in flirrende Punkte zerteilt.

Dann tragen Najmullahs Verwandte den in ein grünes Tuch geschlagenen Leichnam durch die Basarstraße der kleinen Stadt, gefolgt von einem stillen Zug. Bis zum Friedhof.

Nur ein kleines Stück Land ist dort noch frei. Neun Gräber sind in den vergangenen zwei Wochen dazugekommen. Es ist kostbares Land, nahe am Fluss, davon gibt es hier oben nicht viel.

Als der Leichenzug zum Friedhof einbiegt, stehen dort zwei Gruppen von Männern und hacken sich durch den harten Lössboden. Eine Grube links, eine Grube rechts: ein Grab für Kommandant

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 49/2019.
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