Eine der bewegendsten Veranstaltungen in Moskau findet jeden Herbst auf dem Lubjanka-Platz statt. Einmal im Jahr werden dort die Namen jener Moskauer verlesen, die auf dem Höhepunkt von Stalins Terror erschossen wurden. Tausende Menschen stehen dafür geduldig Schlange, jeder bekommt eine Grabkerze und einen Zettel mit einem Namen, den er verlesen darf. Wer will, erinnert zusätzlich an Opfer aus der eigenen Familie. Und so hört man, während die Lebenden einer nach dem anderen ans Mikrofon treten, die Namen und Schicksale der Toten in wenigen Worten: Mein Vater, mein Großvater, meine Uroma. Erschossen, deportiert, im Lager gestorben. Es läuft einem dabei heiß und kalt den Rücken hinunter.

Was hätte wohl Alexander Solschenizyn empfunden, wenn er diese Aktion gesehen hätte? Der Schriftsteller und Nobelpreisträger, dessen 100. Geburtstag in diesen Tagen gefeiert wird, hat das Wachsen dieser neuen Moskauer Tradition nicht mehr miterlebt. Dabei hat er mehr als andere getan, um Stalins Verbrechen

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