Manchmal, erzählt die Bergretterin Regina Poberschnigg, 55, spreche sie leise zu den Toten. "Warum bist du so ein Risiko eingegangen? Warum bist du hier hochgelaufen? Warum hast du die Warnungen ignoriert?"

Warum?

Es sei ihre Art, bei der Bergung eines abgestürzten Kletterers, eines Lawinenopfers mit der Situation umzugehen, die Bilder, die ganze Tragik nicht zu sehr an sich heranzulassen.

Poberschnigg zieht ihre Spur durch den tiefen Schnee. Die Leiterin der Bergrettung in Ehrwald, einem Ort in Tirol am Fuß der Zugspitze, ist mit einer Gruppe Schneeschuhwanderer unterwegs von der Talstation der Ehrwalder Almbahn zur Ganghoferhütte. Die Touristen aus Deutschland, den Niederlanden und Frankreich durchschreiten eine Märchenlandschaft. Die Hänge und Bäume des Bergwalds sind tief verschneit. Selbst starke Fichtenzweige neigen sich zu Boden, so schwer lastet der Schnee auf ihnen.

Der Weg der Wintersportler führt durch moderat ansteigendes Gelände. In Hängen mit weniger als 30 Grad Neigung ist die

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 4/2019.
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