Als Schwäbin in Hamburg bin ich Angehörige einer Minderheit und wurde verspottet, als ich vor Jahren aus dem Süden kam. Er solle nicht herumblöken wie ein Nebelhorn, sagte ich einem Kollegen. "Näbelhorn", blökte er, er war Rheinländer. "NÄBELHORN!"

Ich hatte mein Deutsch für Hochdeutsch gehalten. Anders als in Berlin sind wir Schwaben eher defensiv hier in Hamburg, ich kenne Leute, die alles tun, um sich nicht zu outen. Vielleicht liegt es daran, dass die Leute hier der Meinung sind, perfekt Hochdeutsch zu können. Es setzt die anderen unter Druck. Zwei Schweizer Kollegen zum Beispiel erwischt man nur dann im Schwyzerdütschen, wenn man unerwartet im Fahrstuhl dazustößt. Schade eigentlich.

Schade, dass beim Einkaufen immer weniger Fischmarkthamburgisch zu hören ist, schade, dass sie in der Hochbahn diese Durchsage abgeschafft haben: "Zuurrrrückbloim biddee."

Ich mag Dialekte, sogar meinen eigenen, beschloss aber, Hochdeutsch zu lernen. Nicht zum ersten Mal.

Den ersten Versuch machte ich als Kind,

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 29/2019.
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