Angst ist ein schlechter Ratgeber, heißt es im Volksmund. Es sei denn, es geht um die Rente. Dann sind die Deutschen und ihre staatstragenden Parteien nur allzu gern bereit, aus den Befürchtungen ihrer Wähler Politik zu machen. Selbst wenn die Ängste nicht wirklich berechtigt sind.

Für kaum ein anderes Thema trifft das mehr zu als für die Debatte um die angebliche Altersarmut. Drei von vier Bundesbürgern, so zeigen Umfragen, sorgen sich um den Lebensstandard im Alter. Und fast zwei Drittel der Deutschen glauben, dass Ruheständler weit häufiger mit niedrigen Einkommen zu kämpfen haben als junge Erwachsene. Alter und Armut, das gehört für die meisten Deutschen zusammen wie Pest und Cholera.

Kein Wunder, dass sich die Regierung in den vergangenen Jahren eifrig bemüht hat, den angeblichen Zusammenhang aufzulösen. Dreistellige Milliardenbeträge wurden mittlerweile aufgerufen, um mit "Mütterrenten" oder "doppelten Haltelinien" die Einkommen der Senioren zu erhöhen. Der SPD ist das noch immer nicht genug. Sie arbeitet gerade die Details einer zusätzlichen milliardenschweren Respektrente aus, mit der sie in den anstehenden Wahlkämpfen um die Stimmen langjährig Versicherter werben will.

Das Problem ist nur, dass der Aktionismus der Politik eine eher dürftige statistische Basis hat.

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