Der Verkehrsminister wirkt mitgenommen an diesem Morgen. Andreas Scheuer verschwindet kurz im Nebenzimmer seines Büros, kommt mit einem Aschenbecher zurück, knallt ihn auf den Tisch. Er steckt sich eine Zigarette aus seiner Big Box an und versinkt tief in seinem Sessel.

Es sind seine dunkelsten Tage im Amt, die dunkelsten auch für sein Haus, das Bundesverkehrsministerium. Am Vortag wurde Scheuer über zwei Stunden lang im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestags gegrillt. Es ging um die gescheiterte Pkw-Maut, um einen der größten politischen Flops der Nachkriegsgeschichte, der nun ewig mit ihm, seinem Ministerium und seiner Partei, der CSU, verbunden sein wird. "Ich bin echt down heute", sagt Scheuer. In seinem Aschenbecher liegt die leere Verpackung einer Kopfschmerztablette.

"Wenn du Pech hast, kommt auch noch Unglück hinzu." Als hätte sein Ministerium nicht genügend Probleme. Als wäre es nicht schon vor dem Scheitern der Maut das Haus der tausend Pannen gewesen. Er wisse ja, wie das Image

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 29/2019.
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