In der Regel ist dieses Licht ein sicheres Indiz dafür, dass Deutschland regiert wird. Das Licht sagt: Es ist jemand da.

Bei Angela Merkel ist das nicht mehr so sicher. Es wirkt zunehmend, als habe sie das Licht einfach angelassen, bevor sie gegangen ist. So wie der Büromensch gern den Computer anlässt, um Tätigkeit zu simulieren, obwohl er längst nach Hause gefahren ist.

Merkel hatte immer schon große Lust an der Macht, aber wenig Freude am Regieren. Sie reagierte lieber, bevorzugt auf Meinungsumfragen oder Naturereignisse. Nun hat sie auch noch das Reagieren eingestellt.

Als der französische Präsident Emmanuel Macron vor Kurzem erneut eine Vision für die Zukunft Europas präsentierte (was die chronisch visionslose Kanzlerin vermutlich für Mumpitz hält), wies sie diese nicht mal mehr persönlich zurück, wie Merkel es all die Visionen zuvor getan hatte. Stattdessen überließ sie das Annegret Kramp-Karrenbauer, ihrer Nachfolgerin als CDU-Vorsitzende.

Die Lust, für ihre Politik zu werben, war nie

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 17/2019.
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