Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, steigt aus ihrem Dienstwagen und beginnt Hände zu schütteln. Es ist ein kalter, sonniger Tag im März. Soeben ist die Ministerin in Potsdam angekommen, im Wissenschaftspark "Albert Einstein". Eine Traube aus Menschen umringt sie; die Forscher blicken Karliczek erwartungsvoll an. "Die Erde ist auch nur einer von vielen Planeten", sagt Reinhard Hüttl, Chef des Helmholtz-Zentrums für Geoforschung, um irgendwie Konversation zu betreiben. Karliczek lächelt, nickt. Sie weiß offenbar nicht, was sie tun oder sagen soll.

"Wo geht es denn jetzt hin?", fragt sie und blickt in die Runde. Keiner sagt etwas.

"Wer führt uns?", fragt sie weiter.

"Na, die Ministerin", sagt Hüttl und schiebt sie nach vorn Richtung Eingang.

Es ist eine dieser Szenen, die für Karliczeks Begleiter, für Sprecher und Fachreferenten, augenscheinlich schwer zu ertragen sind. Sie blicken zu Boden.

Die Christdemokratin ist seit gut einem Jahr im Amt. Den meisten Deutschen dürfte

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 18/2019.
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