Eine feine Staubschicht hat sich auf die Arbeiten von Cyrus Overbeck gelegt, auf abstrakte Siebdrucke und die Bronzeskulptur einer jungen Frau. Auf der Werkbank liegt ein Holzschnitt mit dem Porträt des jüdischen Malers Felix Nussbaum, der in Auschwitz ums Leben kam.

Zweieinhalb Monate lang hat der Künstler sein Atelier in der Esenser Innenstadt nicht mehr betreten, jetzt sieht er sich vorsichtig um. "Die Fenster sind noch ganz", sagt Overbeck erleichtert. Er sagt auch: "Ich habe Angst."

Draußen vor den großen Schaufenstern des Ateliers flanieren Ende Juli Touristen und machen Fotos vom historischen Marktplatz. Esens ist eine idyllische Küstenstadt in Ostfriesland, im Ortsteil Bensersiel legt die Fähre zur Nordseeinsel Langeoog ab.

Anfang Mai war Cyrus Overbeck zuletzt in seinem Atelier. "Wie immer, wenn ich angereist bin, habe ich abends noch ein Bier in der Ratsgaststätte getrunken, ein paar Häuser weiter", sagt er. Am Tresen traf er Mitglieder des Schützenvereins, die er kannte. Einer habe

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 34/2019.
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