Jemand legt noch schnell ein Taschentuch bereit, als die ehemalige argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner in einem Vorort von Buenos Aires die Bühne eines Universitätshörsaals betritt. Die Fledermausärmel ihrer weißen Bluse flattern, Kirchner winkt ins Publikum, sie hält eine rote Rose in einer Hand. Mehr als tausend Menschen singen mit der Lautstärke eines Stadionchors: "Vamos a volver", wir kommen wieder.

Kirchner lächelt ihr Botoxlächeln. Sie ist jetzt 66 und steht da wie ihr eigenes Monument. Als der Gesang nach einer Weile abebbt, ruft sie mit stockender Stimme, dass sie sich hier, in La Matanza, wie zu Hause fühle. Wie bei Néstor, ihrem verstorbenen Mann, der vor ihr Präsident war. Tränen füllen ihre Augen. Dann greift sie zum Taschentuch, um sich das Make-up abzutupfen. Sie beginnt ihren Auftritt an diesem Tag mit kalkuliertem Drama, aber nichts anderes erwartet man von dieser Frau, die wie kaum eine andere die Massen elektrisieren kann.

Sie ist wieder da, die Frau,

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 42/2019.
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