Nur wenig deutet darauf hin, welches Unheil von diesem Ort ausgehen kann. Und damit das auch so bleibt, ist Artur Jöst früh am Morgen aufgebrochen. Er hat Gummistiefel eingepackt und ein GPS-Gerät, Landkarten und Schöpfkellen. Dann ist er hierhergefahren, in die Gemeinde Au am Rhein, 3300 Einwohner, unweit von Karlsruhe, direkt im Oberrheingraben gelegen.

Ein Deich trennt das Dorf vom Fluss. Dahinter beginnen die Auenwälder. Altrheinarme durchziehen sie wie Arterien einen Körper. Dort, unter Pappeln und Weiden, läuft Jöst einen Waldweg entlang. Vor einer Pfütze bleibt er stehen. Er tunkt die Schöpfkelle ins Wasser, blickt in die Schale. Schwarze Striche zucken durch das Wasser, manche kaum größer als ein I auf dem Bildschirm.

"Immer das Gleiche: Larven, Larven, Larven", murmelt Jöst. Vor ihm in der Kelle winden sich 25, vielleicht 30 Mückenlarven. Jöst rechnet vor: Übertragen auf einen Hektar, ergibt das 100 Millionen. "Und die werden innerhalb weniger Tage zu Stechmücken", sagt Jöst.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 38/2019.
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