Döpfner, 56, ist Meinungsmacht in Person. Der Springer-Chef gebietet mit "Bild" über Deutschlands größte Boulevardzeitung. Und er persönlich hat Spaß daran, Debatten zu provozieren. Nach dem antisemitischen Attentat von Halle veröffentlichte er in der hauseigenen "Welt" einen Artikel, in dem er Medien und Politik vorwarf, den "Wunschtraum der Political Correctness" zu träumen.


SPIEGEL: Herr Döpfner, fast zwei Drittel der Deutschen meinen, man könne in diesem Land nicht mehr sagen, was man denke. Gehören Sie auch dazu?

Döpfner: Nein, und das ist auch objektiv falsch. Jeder kann in Deutschland sagen, was sie oder er denkt. Interessant ist aber, dass sich offenbar immer weniger Menschen das auch trauen. Meine paradoxe Beobachtung: Je weniger Mut es kostet, seine Meinung zu sagen, desto weniger Mut ist vorhanden. Unter Hitler und Stalin haben Menschen ihr Leben riskiert. In Deutschland 2019 riskiert man einen Shitstorm. Und kaum einer traut sich. Das ist nicht gut. Widerspruch ist der Humus einer

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 45/2019.
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