Eine Stunde hat der Guru schon geredet, da beginnt er, sich zu entkleiden. Mit nacktem Bauch setzt Baba Ramdev seine Show fort. Sein Oberkörper sieht aus, als wäre etwas in ihm zum Leben erwacht. Eine Welle rollt durch seinen Magen, hinauf bis knapp unter die Rippen und wieder hinab. Ramdev schnauft.

Niemand weiß, wie alt der Guru wirklich ist, aber Mitte fünfzig mit Sicherheit. Und der Mann ist fit. Ramdev strahlt in die Menge, macht einen Handstand und läuft auf seinen Händen über die Bühne. Krauses Haar löst sich aus dem Zopf.

Ramdev ist einer der bekanntesten und einflussreichsten Männer Indiens. An diesem Abend spricht er vor einer Gruppe Geschäftsfrauen in Delhi über das Geheimnis seines Erfolgs. Darüber, wie gerade er, der spirituelle Guru von Millionen Indern, ein Milliardenimperium aufbauen konnte. Ob sich das nicht widerspreche, Religion und Profit, fragt die Moderatorin. Ein Asket, der alte indische Weisheiten kommerzialisiere?

Geld sei ja nicht per se schlecht, sagt Ramdev, nur

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 13/2019.
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